Warum schaltet sich der Durchlauferhitzer ab, wenn die Durchflussmenge des Wassers zu gering ist?

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Dass sich ein Durchlauferhitzer bei einer zu geringen Durchflussmenge abschaltet, ist kein Fehler, sondern eine lebenswichtige Schutzfunktion und technisch bedingt.

Hier sind die drei Hauptgründe dafür:

1. Schutz vor Überhitzung (Brandschutz & Sicherheit)

Ein Durchlauferhitzer hat eine enorme Leistung (meist zwischen 18 und 27 Kilowatt). Diese Energie wird in extrem kurzer Zeit auf das durchfließende Wasser übertragen.

  • Das Wasser als Kühlmittel: Das kalte Wasser, das durch das Gerät fließt, fungiert gleichzeitig als Kühlmittel für die Heizstäbe oder Heizdrahtwendeln.
  • Die Gefahr: Wenn nur ganz wenig Wasser fließt, kann es die enorme Hitze nicht schnell genug abtransportieren. Das Wasser würde innerhalb von Sekundenbruchteilen kochen und zu Dampf werden. Dampf dehnt sich schlagartig aus, was den Druck im Gerät so stark erhöhen könnte, dass Leitungen platzen oder das Gerät zerstört wird.

2. Die "Einschaltmenge" (Technischer Schwellenwert)

Jeder Durchlauferhitzer hat eine definierte Mindest-Durchflussmenge (die sogenannte Einschaltmenge), die meist bei etwa 2 bis 3 Litern pro Minute liegt.

  • Bei hydraulischen Geräten (alt): Diese Geräte funktionieren über eine Druckdifferenz. Fließt zu wenig Wasser, reicht der Druckunterschied nicht aus, um einen mechanischen Schalter (die Membran) zu bewegen, der den Strom zu den Heizwiderständen freigibt.
  • Bei elektronischen Geräten (modern): Ein kleiner Flügelradzähler (Turbine) misst den Durchfluss. Meldet dieser Sensor einen Wert unterhalb der Mindestgrenze, gibt die Elektronik die Heizung gar nicht erst frei, um das System zu schützen.

3. Vermeidung von Kalkbildung

Je heißer Wasser wird, desto mehr Kalk fällt aus. Wenn Wasser sehr langsam durch das Gerät fließt und dadurch extrem heiß wird (bevor der Sicherheitstemperaturbegrenzer greifen würde), würde das Gerät in kürzester Zeit komplett verkalken. Die Abschaltung schützt also auch die Lebensdauer des Wärmetauschers.


Was sind häufige Ursachen, wenn das Gerät ungewollt abschaltet?

Wenn Ihr Durchlauferhitzer während des Duschens plötzlich abschaltet, liegt das oft daran, dass die Durchflussmenge knapp an der Grenze liegt. Mögliche Ursachen:

  1. Verkalkter Duschkopf oder Perlator: Der Widerstand ist so hoch, dass zu wenig Wasser durchfließt. (Lösung: Entkalken).
  2. Zu viel Kaltwasser beigemischt: Wenn Sie an der Mischbatterie viel kaltes Wasser dazugeben, sinkt der Durchfluss des warmen Wassers durch den Erhitzer unter die Mindestgrenze.
  3. Verschmutzte Siebe: Im Zulauf des Durchlauferhitzers befinden sich oft kleine Siebe, die mit der Zeit durch Sand oder Rostpartikel aus der Leitung verstopfen können.
  4. Energiesparduschköpfe: Manche Sparduschköpfe lassen so wenig Wasser durch, dass die Einschaltmenge des Durchlauferhitzers nicht erreicht wird.

Zusammenfassend: Die Abschaltung ist eine Sicherheitsmaßnahme, um zu verhindern, dass das Gerät schmilzt, platzt oder durch kochendes Wasser gefährliche Dampfschläge entstehen.