Kann die Verwendung eines Sparduschkopfs zu Fehlfunktionen bei einem hydraulischen Durchlauferhitzer führen?
Ja, das ist sehr gut möglich. Die Verwendung eines Sparduschkopfs in Kombination mit einem hydraulischen Durchlauferhitzer führt häufig zu Problemen.
Hier ist die Erklärung, warum das so ist und welche Folgen das hat:
1. Das Funktionsprinzip des hydraulischen Durchlauferhitzers
Ein hydraulischer Durchlauferhitzer funktioniert mechanisch über den Wasserdruck bzw. die Durchflussmenge. Wenn du den Wasserhahn öffnest, registriert ein Differenzdruckschalter im Gerät den fließenden Strom. Erst ab einer bestimmten Wassermenge (der sogenannten Einschaltwassermenge) schaltet das Gerät die Heizwendeln ein.
Hydraulische Geräte haben meist zwei oder drei Leistungsstufen, die hart umschalten. Sie können die Leistung nicht stufenlos anpassen.
2. Das Problem mit dem Sparduschkopf
Ein Sparduschkopf reduziert die Wassermenge pro Minute (oft von ca. 12–15 Liter auf nur noch 6–9 Liter). Dies hat zwei negative Auswirkungen auf hydraulische Geräte:
- Das Gerät schaltet gar nicht erst ein: Wenn der Sparduschkopf den Durchfluss unter die Einschaltwassermenge drosselt, bleibt das Wasser komplett kalt.
- Das Gerät schaltet ständig an und aus (Takten): Wenn der Durchfluss genau an der Grenze liegt, schaltet das Gerät bei kleinen Druckschwankungen ständig zwischen "Ein" und "Aus" oder zwischen Stufe 1 und Stufe 2 hin und her. Die Folge sind unangenehme Temperaturschwankungen ("Wechselduschen").
3. Das "Mischwasser-Problem"
Bei hydraulischen Geräten regelt man die Temperatur oft, indem man am Wasserhahn kaltes Wasser zumischt.
- Durch das Zumischen von Kaltwasser reduzierst du den Durchfluss des warmen Wassers, das durch den Erhitzer fließt.
- Ein Sparduschkopf erhöht den Widerstand in der Leitung zusätzlich.
- Das führt dazu, dass der Durchlauferhitzer während des Duschens plötzlich abschaltet, weil nicht mehr genug Wasser durch das Gerät selbst fließt, um den Druckschalter zu halten.
4. Mögliche Folgen und Schäden
- Komfortverlust: Ständige Temperaturschwankungen.
- Verschleiß: Das ständige Schalten der mechanischen Kontakte unter Last kann zu vorzeitigem Verschleiß des Geräts führen.
- Verkalkung: Wenn das Wasser im Gerät zu heiß wird (weil zu wenig Wasser die Hitze abtransportiert), neigt das Gerät schneller zum Verkalken.
Was kann man tun?
- Durchflussbegrenzer entfernen: Viele Sparduschköpfe haben ein kleines Plättchen oder einen Ring im Griff, den man herausnehmen kann. Damit wird er zum "normalen" Duschkopf.
- Spezielle Duschköpfe nutzen: Es gibt Duschköpfe, die für Durchlauferhitzer optimiert sind (weniger Widerstand bei dennoch reduziertem Verbrauch), aber auch diese sind bei alten hydraulischen Geräten problematisch.
- Auf elektronischen Durchlauferhitzer umstellen: Dies ist die beste Lösung. Elektronisch geregelte Geräte können auch mit sehr geringen Wassermengen umgehen und halten die Temperatur konstant, egal wie viel Wasser fließt. Das spart zudem deutlich mehr Energie als ein Sparduschkopf allein.
Fazit: Wenn du einen alten, hydraulischen Durchlauferhitzer hast, ist ein extremer Sparduschkopf oft kontraproduktiv. Wenn das Wasser schwankt oder nicht heiß wird, liegt es fast immer an der zu geringen Durchflussmenge.