Was ist der technische Unterschied zwischen einem hydraulisch und einem elektronisch gesteuerten Durchlauferhitzer?
Der technische Unterschied zwischen einem hydraulisch und einem elektronisch gesteuerten Durchlauferhitzer liegt primär in der Art und Weise, wie das Gerät den Wasserdurchfluss erkennt und die Heizleistung regelt.
Hier ist der detaillierte Vergleich:
1. Der hydraulische Durchlauferhitzer (Die klassische Technik)
Die Steuerung erfolgt hier rein mechanisch über den Wasserdruck.
- Funktionsweise: Im Gerät befindet sich eine Membran oder ein Kolben (Differenzdruckschalter). Wenn Sie den Wasserhahn öffnen, entsteht durch das fließende Wasser ein Druckunterschied (Venturi-Prinzip). Dieser Druck drückt die Membran nach oben, welche mechanisch die Stromkontakte für die Heizwendeln schließt.
- Leistungsstufen: Hydraulische Geräte haben meist nur zwei oder drei feste Leistungsstufen (z.B. „klein“ und „groß“). Sie können die Leistung nicht stufenlos anpassen.
- Temperaturregelung: Die Temperatur wird fast ausschließlich über die Wassermenge geregelt. Wenig Wasser = heißes Wasser; viel Wasser = kühleres Wasser. Wenn Sie am Wasserhahn kaltes Wasser beimischen, sinkt der Druck im Gerät oft so weit ab, dass es komplett abschaltet – das typische „Wechselduschen“-Phänomen.
- Einschaltpunkt: Diese Geräte benötigen einen relativ hohen Mindestfließdruck und eine Mindestwassermenge, um überhaupt anzuspringen.
2. Der elektronisch gesteuerte Durchlauferhitzer (Moderne Technik)
Hier übernimmt eine Elektronik mit Sensoren die Arbeit.
- Funktionsweise: Ein Flügelrad (Turbine) misst genau, wie viel Liter pro Minute fließen. Zusätzlich messen Sensoren die Zulauftemperatur des Wassers. Ein Mikroprozessor berechnet daraus blitzschnell die exakt benötigte elektrische Leistung, um die Zieltemperatur zu erreichen.
- Leistungsregelung: Die Heizleistung wird stufenlos geregelt (meist über Leistungshalbleiter wie Triacs). Das Gerät gibt nur so viel Energie ab, wie gerade nötig ist.
- Temperaturregelung: Die Wunschtemperatur wird direkt am Gerät eingestellt (z.B. 38 °C). Die Elektronik hält diese Temperatur konstant, egal ob Sie mehr oder weniger Wasser durchlaufen lassen oder ob der Wasserdruck im Haus schwankt. Ein Beimischen von Kaltwasser an der Armatur ist nicht mehr nötig (und energetisch auch nicht sinnvoll).
- Einschaltpunkt: Elektronische Geräte springen schon bei sehr geringen Wassermengen an (ca. 2 Liter pro Minute), was beim Händewaschen Wasser spart.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Hydraulisch | Elektronisch |
|---|---|---|
| Steuerung | Mechanisch über Wasserdruck | Sensoren & Mikroprozessor |
| Temperaturkonstanz | Gering (schwankt bei Druckänderung) | Sehr hoch (konstant) |
| Komfort | Mäßig (Gefahr von Kälteschocks) | Sehr hoch |
| Energieeffizienz | Geringer (ca. 10-20% mehr Verbrauch) | Hoch (bedarfsgerechte Erwärmung) |
| Anschaffungskosten | Günstig | Teurer |
| Mindestwassermenge | Hoch (ca. 4-5 l/min) | Niedrig (ca. 1,5-2,5 l/min) |
Sonderform: Vollelektronisch gesteuert
Es gibt noch eine Steigerung zum normalen elektronischen Gerät: vollelektronische Durchlauferhitzer. Diese besitzen zusätzlich ein Motorventil. Wenn die Heizleistung bei sehr hohem Durchfluss nicht mehr ausreicht, um die Wunschtemperatur zu halten (z.B. im Winter bei sehr kaltem Zulaufwasser), drosselt das Gerät automatisch die Wassermenge, damit die Temperatur stabil bleibt.
Fazit
Technisch gesehen ist der elektronische Durchlauferhitzer dem hydraulischen in jeder Hinsicht überlegen. Er spart Strom und Wasser, bietet deutlich mehr Komfort und ist mittlerweile Standard. Hydraulische Geräte findet man heute fast nur noch als günstigen Ersatz in alten Mietwohnungen, da sie in der Anschaffung etwas billiger sind.