Warum schäumt Zahnpasta beim Putzen und ist dieser Schaum medizinisch überhaupt notwendig?

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Das Schäumen der Zahnpasta ist ein Effekt, den wir alle gewohnt sind, doch hinter der fluffigen Konsistenz stecken sowohl chemische als auch psychologische Gründe.

Hier ist die Erklärung, warum Zahnpasta schäumt und ob das für die Zahngesundheit wirklich wichtig ist:

1. Warum schäumt Zahnpasta?

Verantwortlich für den Schaum sind sogenannte Tenside (waschaktive Substanzen). Das am häufigsten verwendete Tensid in Zahnpasten ist Natriumlaurylsulfat (englisch: Sodium Lauryl Sulfate, kurz SLS).

  • Wirkungsweise: Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab. Dadurch vermischen sich die Zahnpasta, der Speichel und die Luft beim Putzen zu einem Schaum.
  • Reinigungsfunktion: Tenside wirken wie Seife. Sie helfen dabei, wasserunlösliche Rückstände (wie Speisereste oder fettige Beläge) zu lösen und in Schwebe zu halten, damit sie leichter ausgespült werden können.

2. Ist der Schaum medizinisch notwendig?

Die kurze Antwort lautet: Nein, der Schaum an sich ist für die Reinigungswirkung nicht zwingend notwendig, aber er hat praktische Vorteile.

Man kann die Funktionen in drei Bereiche unterteilen:

A. Die praktischen Vorteile (Teilweise medizinisch relevant):

  • Verteilung der Wirkstoffe: Der Schaum hilft dabei, die wichtigen Inhaltsstoffe – allen voran das Fluorid – überall im Mund zu verteilen. Er gelangt so auch in enge Zahnzwischenräume und schwer zugängliche Stellen, die die Borsten der Zahnbürste vielleicht nicht direkt erreichen.
  • Abtransport von Schmutz: Der Schaum umschließt die gelösten Bakterien und Speisereste, sodass man sie am Ende einfach ausspucken kann, anstatt sie nur im Mund zu "verschieben".

B. Die psychologischen Gründe (Sehr wichtig):

  • Sauberkeitsgefühl: Wir haben gelernt, Schaum mit Reinigung zu assoziieren (wie bei Shampoo oder Spülmittel). Ein stark schäumendes Produkt gibt uns das Gefühl, dass es "wirkt".
  • Frische-Erlebnis: Der Schaum verstärkt die Wahrnehmung von Aromen wie Minze oder Menthol, was das Frischegefühl nach dem Putzen erhöht.

C. Die mechanische Komponente:

  • Das Wichtigste beim Zähneputzen ist die mechanische Entfernung des Biofilms (Plaque) durch die Borsten der Zahnbürste. Das würde theoretisch auch komplett ohne Zahnpasta oder Schaum funktionieren – nur würde dann der Kariesschutz durch das Fluorid fehlen.

3. Gibt es Nachteile durch den Schaum?

Obwohl Tenside nützlich sind, gibt es auch Kritikpunkte:

  • Irritationen: Natriumlaurylsulfat (SLS) steht im Verdacht, bei empfindlichen Personen die Schleimhaut zu reizen oder die Entstehung von Aphthen (kleinen schmerzhaften Bläschen im Mund) zu begünstigen.
  • Austrocknung: Es kann das Mundmilieu leicht austrocknen.
  • Geschmacksveränderung: SLS ist der Grund, warum Orangensaft direkt nach dem Zähneputzen so furchtbar schmeckt. Es betäubt kurzzeitig die Rezeptoren für "süß" und verstärkt die Wahrnehmung von "bitter".

Fazit

Der Schaum ist kein medizinisches Muss, um Zähne sauber zu bekommen. Er ist eher ein Hilfsmittel, um Fluoride besser zu verteilen und den Putzvorgang angenehmer zu machen.

Es gibt mittlerweile viele Zahnpasten (oft im Bio-Bereich oder für Menschen mit empfindlicher Mundschleimhaut), die kaum oder gar nicht schäumen. Diese reinigen bei korrekter Putztechnik genauso gut wie stark schäumende Produkte.