Warum hat Lakritz eine charakteristische schwarze Farbe?
Die charakteristische schwarze Farbe von Lakritz ist das Ergebnis einer Kombination aus dem natürlichen Herstellungsprozess und – bei vielen modernen Produkten – dem Zusatz von Farbstoffen.
Hier sind die drei Hauptgründe:
1. Der natürliche Extraktionsprozess
Lakritz wird aus der Wurzel des Echten Süßholzes (Glycyrrhiza glabra) gewonnen. Die Wurzeln werden gereinigt, geraspelt und mit Wasser ausgekocht. Die so entstehende Flüssigkeit wird anschließend eingedampft, bis eine zähe, konzentrierte Masse entsteht (das sogenannte Rohlakritz). Durch das lange Einkochen karamellisieren die enthaltenen natürlichen Zuckerstoffe, und es finden chemische Reaktionen (wie die Maillard-Reaktion) statt. Dies führt dazu, dass der Saft von einer bräunlichen Farbe zu einem sehr dunklen Braun oder Schwarzbraun wird.
2. Zusatz von Pflanzenkohle (E 153)
Obwohl reiner Süßholzextrakt bereits sehr dunkel ist, ist er oft eher tiefbraun als tiefschwarz. Um das typische, glänzende Schwarz zu erreichen, das wir aus der Süßigkeitentüte kennen, fügen viele Hersteller Pflanzenkohle (medizinische Kohle, E 153) hinzu. Dies verstärkt die Farbe und sorgt für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild.
3. Tradition und Erwartung
Die schwarze Farbe hat sich historisch als Erkennungsmerkmal für Lakritz etabliert. In der Psyche der Verbraucher ist „Schwarz“ untrennbar mit dem würzig-süßen Geschmack des Süßholzes verbunden. Würde man Lakritz ungefärbt lassen, sähe es oft eher schlammig-braun aus, was optisch weniger ansprechend wirkt.
Interessanter Fakt: Es gibt auch „rotes Lakritz“ (besonders in den USA beliebt), das jedoch meist gar keinen echten Süßholzextrakt enthält, sondern lediglich eine ähnlich geformte Fruchtgummimasse ist. Echtes Lakritz ist aufgrund des Herstellungsprozesses fast immer dunkel.