Warum enthalten manche stillen Mineralwasser Sorten zu viel Natrium für Menschen mit Bluthochdruck?

Melden

Dass manche Mineralwassersorten – auch stille – viel Natrium enthalten, liegt primär an der Geologie, also der Beschaffenheit des Bodens, aus dem das Wasser gewonnen wird.

Hier sind die genauen Gründe und Zusammenhänge:

1. Die Herkunft (Geologie)

Mineralwasser ist Regenwasser, das über Jahrzehnte oder Jahrhunderte durch verschiedene Gesteinsschichten in tiefe unterirdische Reservoirs gesickert ist. Auf diesem Weg löst es Mineralstoffe aus dem Gestein.

  • Salzlagerstätten: Fließt das Wasser durch Schichten, die reich an Kochsalz (Natriumchlorid) oder Natriumcarbonat sind, reichert es sich stark mit Natrium an.
  • Vulkanisches Gestein: In Regionen mit früherer vulkanischer Aktivität ist der Boden oft besonders mineralreich, was zu hohen Natriumwerten führen kann.

2. Der Unterschied zwischen den Sorten

Nicht jedes Wasser ist gleich. Ein Wasser aus der Lüneburger Heide (eher sandige Böden) hat eine völlig andere Zusammensetzung als ein Wasser aus der Vulkaneifel oder aus tiefen Schichten unterhalb von Salzstöcken. Daher gibt es bei stillem Wasser eine Spanne von etwa 2 mg/l bis über 500 mg/l Natrium.

3. Warum ist das für Bluthochdruck-Patienten relevant?

Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, aber es hat eine besondere Eigenschaft: Es bindet Wasser.

  • Wenn man viel Natrium aufnimmt, zieht dies Wasser in die Blutbahnen.
  • Das Blutvolumen steigt an.
  • Höheres Volumen in den Gefäßen bedeutet höherer Druck auf die Gefäßwände – der Blutdruck steigt.

Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) reagieren oft „salzsensitiv“. Für sie ist eine kochsalzarme Ernährung wichtig, und dazu zählt auch das Trinkwasser.

4. Worauf sollte man achten? (Die 20-mg-Grenze)

In Deutschland gibt es eine klare Kennzeichnung für Mineralwasser:

  • Damit ein Wasser als „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ oder als „natriumarm“ deklariert werden darf, darf der Natriumgehalt maximal 20 mg pro Liter betragen.
  • Menschen mit Bluthochdruck sollten gezielt nach Wässern suchen, die diesen Grenzwert unterschreiten.

5. Ein wichtiger chemischer Unterschied

Es kommt nicht nur auf das Natrium an, sondern auch auf dessen Partner:

  • Natriumchlorid (Kochsalz): Diese Kombination ist besonders problematisch für den Blutdruck.
  • Natriumhydrogencarbonat: Manche Heilwässer enthalten viel Natrium, aber als Hydrogencarbonat. Studien deuten darauf hin, dass dies den Blutdruck weniger stark beeinflusst als Kochsalz. Dennoch wird Hypertonikern meist zur allgemeinen Vorsicht bei hohen Natriumwerten geraten.

Zusammenfassung

Manche stillen Wasser enthalten deshalb viel Natrium, weil ihre Quelle in tiefen, salz- oder mineralreichen Gesteinsschichten liegt. Da man pro Tag oft 2 bis 3 Liter Wasser trinkt, kann ein natriumreiches Wasser die tägliche Salzbilanz ungewollt massiv in die Höhe treiben. Ein Blick auf das Etikett (Wert < 20 mg/l) ist für Betroffene daher ratsam.