Kann ein hoher Natriumgehalt im Mineralwasser problematisch für Menschen mit Bluthochdruck sein?

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Ja, ein hoher Natriumgehalt im Mineralwasser kann für Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) problematisch sein.

Hier sind die wichtigsten Gründe und Hintergründe dazu:

1. Wie Natrium den Blutdruck beeinflusst

Natrium bindet Wasser im Körper. Wenn zu viel Natrium im Blutkreislauf ist, zieht es Wasser aus den Zellen in die Blutgefäße. Dadurch steigt das Blutvolumen, was wiederum den Druck auf die Gefäßwände erhöht – der Blutdruck steigt. Zudem kann ein hoher Natriumspiegel die Gefäße empfindlicher für verengende Hormone machen.

2. Die Rolle des Mineralwassers

Viele Menschen achten bei Bluthochdruck penibel auf das Salz im Essen (Kochsalz = Natriumchlorid), vergessen aber das Trinken.

  • Starke Unterschiede: Der Natriumgehalt in Mineralwässern variiert extrem. Er reicht von weniger als 2 mg/l bis hin zu über 1.500 mg/l.
  • Versteckte Aufnahme: Wer täglich 2 bis 3 Liter eines natriumreichen Wassers trinkt, kann allein dadurch bereits einen erheblichen Teil der empfohlenen Tageshöchstmenge an Natrium aufnehmen.

3. Worauf sollte man achten? (Grenzwerte)

In Deutschland gibt es eine klare Kennzeichnung für Mineralwässer, die für Menschen mit Bluthochdruck geeignet sind:

  • „Geeignet für eine natriumarme Ernährung“: Ein Mineralwasser darf diesen Hinweis nur tragen, wenn es weniger als 20 mg Natrium pro Liter enthält.
  • Für Menschen mit Bluthochdruck wird empfohlen, gezielt nach Wässern zu suchen, die diesen Grenzwert unterschreiten.

4. Die Bedeutung der chemischen Verbindung

Es gibt einen kleinen wissenschaftlichen Unterschied: In Mineralwasser liegt Natrium oft als Natriumhydrogencarbonat vor, während Speisesalz Natriumchlorid ist.

  • Studien deuten darauf hin, dass Natriumchlorid (Kochsalz) den Blutdruck stärker in die Höhe treibt als Natriumhydrogencarbonat.
  • Trotzdem: Mediziner raten Menschen mit schwer einstellbarem Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen dazu, sicherheitshalber auch bei Mineralwasser auf die 20-mg-Grenze zu achten.

5. Positive Gegenspieler im Wasser

Beim Blick auf das Etikett sollten Menschen mit Bluthochdruck nicht nur auf Natrium achten, sondern auch auf:

  • Magnesium und Calcium: Diese Mineralstoffe können eine leicht blutdrucksenkende Wirkung haben oder die Gefäßgesundheit unterstützen.
  • Kalium: Kalium ist der direkte Gegenspieler von Natrium und hilft dem Körper, überschüssiges Natrium über die Nieren auszuscheiden.

Fazit und Empfehlung

Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden:

  1. Etikett prüfen: Suchen Sie den Wert für Natrium (Na+).
  2. Zielwert: Wählen Sie ein Wasser mit weniger als 20 mg/l Natrium.
  3. Heilwasser beachten: Manche Heilwässer haben sehr hohe Natriumgehalte (oft über 500 mg/l) – diese sollten Sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt trinken.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen kein ärztliches Beratungsgespräch.

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