Warum dürfen benutzte Küchenrollen nicht im Altpapier recycelt werden?
Dass benutzte Küchenrollen (sowie Servietten oder Papiertaschentücher) nicht im Altpapier entsorgt werden dürfen, hat drei wesentliche Gründe:
1. Verschmutzung durch Fett und Speisereste
Dies ist der wichtigste Grund. Küchenrollen werden meist dazu benutzt, Essensreste, Öl oder Fett aufzuwischen. Das Recycling von Papier ist jedoch ein wasserbasierter Prozess. Da sich Fett nicht mit Wasser vermischt, lässt es sich im Recyclingprozess nur schwer von den Papierfasern trennen. Schon geringe Mengen an Fett können eine ganze Charge Recyclingpapier unbrauchbar machen, da sie Flecken verursachen oder dafür sorgen, dass die Fasern nicht mehr aneinanderhaften.
2. Die „Nassfestmittel“ (Chemische Zusätze)
Damit Küchenrollen nicht sofort zerreißen, wenn sie nass werden, werden sie bei der Herstellung mit speziellen Stoffen (sogenannten Nassfestmitteln oder Harzen) behandelt. Diese Zusätze verhindern, dass sich die Papierfasern im Wasser auflösen. In der Recyclinganlage wird das Altpapier jedoch in Wasser eingeweicht, um es zu einem Brei (Pulp) zu verarbeiten. Da sich die nassfesten Küchenrollen dort nicht schnell genug auflösen, stören sie den Prozess und führen zu Klumpenbildung in der Maschine.
3. Zu kurze Fasern
Küchenrollen bestehen oft bereits aus mehrfach recyceltem Papier. Mit jedem Recyclingvorgang werden die Papierfasern kürzer und brüchiger. Die Fasern von Hygienepapieren wie Küchenrollen sind meist so kurz, dass sie am „Ende ihres Lebenszyklus“ angekommen sind. Sie haben nicht mehr die nötige Struktur und Länge, um noch einmal zu hochwertigem Papier verarbeitet zu werden.
Wo gehören sie stattdessen hin?
- Restmüll (schwarze Tonne): Das ist der sicherste Weg, besonders wenn die Rollen mit Reinigungsmitteln oder viel Fett verschmutzt sind. In der Müllverbrennungsanlage wird daraus wenigstens noch Energie gewonnen.
- Biotonne (braune Tonne): In vielen Kommunen dürfen Küchenrollen in kleinen Mengen in den Biomüll, sofern sie nur mit organischen Resten (z. B. Saft oder Speiseresten) und nicht mit Chemikalien verschmutzt sind. Aber Vorsicht: Da sie sich wegen der oben genannten Nassfestmittel nur sehr langsam zersetzen, sehen viele Kompostieranlagen das ungern. Prüfen Sie hierzu die Regeln Ihrer Stadt oder Gemeinde.
Zusammenfassend: Altpapier ist nur für sauberes, trockenes Papier und Pappe gedacht. Alles, was zum Aufwischen oder für die Hygiene benutzt wurde, stört den Recyclingkreislauf.