Sind Küchenrollen für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln unbedenklich?

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Die kurze Antwort lautet: Im Prinzip ja, aber es gibt Unterschiede.

In Deutschland und der EU unterliegen Küchenrollen strengen gesetzlichen Anforderungen (insbesondere der Empfehlung XXXVI des Bundesinstituts für Risikobewertung - BfR). Dennoch kommt es auf die Art der Küchenrolle und die Art der Verwendung an.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:

1. Frischfaser vs. Recyclingpapier

  • Frischfaser (weiß): Diese Rollen bestehen aus direkt aus Holz gewonnenem Zellstoff. Sie gelten als unbedenklich für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln. Sie sind in der Regel frei von Rückständen aus Zeitungsdruckfarben.
  • Recyclingpapier: Hier ist Vorsicht geboten. Recyceltes Papier kann Rückstände von Mineralölen (MOSH/MOAH) aus Druckfarben alter Zeitungen enthalten. Diese können auf Lebensmittel übergehen – besonders auf fettige Speisen.
    • Empfehlung: Nutze Recycling-Küchenrollen eher zum Aufwischen und weniger zum direkten Einwickeln von Lebensmitteln oder zum Abtropfen von Frittiertem.

2. Bedruckte Küchenrollen

Viele Küchenrollen haben bunte Muster. Die Druckfarben können Chemikalien enthalten, die bei Kontakt mit Feuchtigkeit oder Fett auf das Essen abfärben könnten.

  • Empfehlung: Wenn du Lebensmittel (wie Fleisch oder Fisch) trocken tupfst oder Fett aufsaugen lässt, verwende am besten die unbedruckte (weiße) Innenseite oder gleich komplett weiße Rollen.

3. Nassfestmittel (PAE-Harze)

Damit die Küchenrolle nicht sofort reißt, wenn sie nass wird, werden oft sogenannte Nassfestmittel (z. B. Polyamidoamin-Epichlorhydrin-Harze) zugesetzt. Diese können geringe Mengen an Epichlorhydrin enthalten.

  • Sicherheit: In der EU sind die Grenzwerte hierfür sehr streng, sodass bei normalem Gebrauch keine Gesundheitsgefahr besteht.

4. Optische Aufheller

Um das Papier strahlend weiß zu machen, werden oft optische Aufheller eingesetzt. Diese sind fest in der Faser gebunden, sollten aber theoretisch nicht in großen Mengen auf Lebensmittel übergehen.


Praktische Tipps für den Alltag:

  1. Achte auf das Symbol: Viele Hersteller drucken das „Glas-und-Gabel“-Symbol oder den Hinweis „Lebensmittelecht“ auf die Verpackung. Das garantiert, dass das Produkt für den Kontakt mit Essen geprüft wurde.
  2. Fettige Speisen: Wenn du frisch frittiertes Essen (z. B. Pommes oder Schnitzel) entfetten willst, nimm am besten weiße Frischfaser-Rollen. Fett löst Schadstoffe (wie Mineralöle aus Recyclingpapier) besonders leicht heraus.
  3. Keine Mikrowelle: Erhitze Lebensmittel nicht über längere Zeit auf Küchenpapier in der Mikrowelle, es sei denn, es ist explizit dafür ausgewiesen. Durch die Hitze können sich Inhaltsstoffe leichter lösen.
  4. Nicht zum Kochen mitkochen: Küchenpapier sollte nicht als Ersatz für ein Passiertuch (z. B. für Suppen) verwendet werden, da es nicht für das Kochen in heißem Wasser ausgelegt ist.

Fazit: Hochwertige, weiße Küchenrollen aus Frischfaser sind für den kurzen Kontakt (Abtupfen, kurzes Einwickeln) völlig unbedenklich. Bei Recycling-Produkten oder stark bedruckten Rollen sollte der direkte Kontakt mit fettigen Lebensmitteln eher vermieden werden.

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