Warum sind manche Bonrollen für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln ungeeignet?

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Dass viele Bonrollen (besonders herkömmliches Thermopapier) nicht für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind, liegt primär an ihrer chemischen Beschichtung.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Bisphenole (BPA, BPS und BPF)

Der Hauptgrund sind chemische Farbentwickler. Lange Zeit war Bisphenol A (BPA) der Standard in Thermopapieren.

  • Hormonelle Wirkung: BPA ist ein endokriner Disruptor, das heißt, es wirkt im Körper ähnlich wie das Hormon Östrogen und kann das Hormonsystem beeinflussen (Auswirkungen auf Fruchtbarkeit, Gehirnentwicklung und Stoffwechsel).
  • Verbot und Ersatzstoffe: Seit Januar 2020 ist BPA in Thermopapier in der EU verboten. Allerdings wurde es oft durch Bisphenol S (BPS) ersetzt. BPS ist zwar erlaubt, steht aber im Verdacht, ähnliche gesundheitsschädliche Wirkungen wie BPA zu haben.

2. Migration (Stoffübergang)

Die Chemikalien auf dem Thermopapier sind nicht fest im Papier gebunden. Sie liegen lose auf der Oberfläche, damit sie bei Hitzeeinwirkung (durch den Druckkopf) mit den Farbstoffvorstufen reagieren können.

  • Leichte Übertragbarkeit: Die Chemikalien lösen sich sehr leicht bei Kontakt ab.
  • Verstärkung durch Fett und Feuchtigkeit: Wenn ein Bon direkt auf feuchten oder fettigen Lebensmitteln (wie Käse, Fleisch oder warmem Brot) liegt, wandern die Bisphenole besonders schnell und in höheren Konzentrationen in das Lebensmittel über. Auch Handcremes an den Fingern können diesen Prozess beschleunigen.

3. Andere Inhaltsstoffe

Neben Bisphenolen enthalten Thermopapiere oft noch andere chemische Komponenten wie:

  • Sensibilisatoren: Stoffe, die die Reaktion beschleunigen.
  • Farbbildner: Meist Fluorane, deren Langzeitwirkung bei Verzehr oft nicht ausreichend erforscht ist.
  • Gleitmittel und Füllstoffe: Um den Druckkopf zu schonen.

Die Ausnahme: Das "blaue" Öko-Bonpapier

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass viele Supermärkte (z. B. Rewe, Edeka, Lidl, Aldi) auf blau-graue Bons umgestellt haben (z. B. Blue4est-Papier). Diese sind anders:

  • Physikalisches statt chemisches Prinzip: Die Schrift entsteht nicht durch eine chemische Reaktion, sondern durch eine physikalische. Das Papier hat eine schwarze Schicht, die von einer funktionellen Schicht (kleine Bläschen) überdeckt wird. Hitze lässt die Bläschen kollabieren und macht die schwarze Schicht sichtbar.
  • Lebensmittelecht: Da diese Bons keine chemischen Farbentwickler (Bisphenole) enthalten, sind sie oft für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen und können sogar im Altpapier entsorgt werden (normale Bons gehören in den Restmüll).

Fazit

Herkömmliche weiße Bons sollten niemals direkt auf unverpackte Lebensmittel gelegt werden. Wenn Sie Lebensmittel einkaufen, die nur in Papier eingeschlagen sind (z. B. beim Metzger oder Bäcker), achten Sie darauf, dass der Bon außen an der Tüte befestigt wird und nicht mit der Ware in Berührung kommt.

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