Wie hoch ist der Ressourcenverbrauch an Holz und Wasser bei der Herstellung von Küchenrollen?
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Der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Küchenrollen hängt entscheidend davon ab, ob sie aus Frischfasern (neuem Holz) oder aus Recyclingpapier hergestellt werden.
Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der beiden Varianten:
1. Küchenrollen aus Frischfasern (Zellstoff)
Frischfaser-Produkte sind meist weißer und weicher, belasten die Umwelt jedoch deutlich stärker.
- Holzverbrauch: Um 1 Tonne Zellstoff für Küchenrollen herzustellen, werden etwa 2,2 bis 3 Tonnen Holz benötigt. Das entspricht etwa 12 bis 15 mittelgroßen Bäumen pro Tonne Papier.
- Pro Rolle (ca. 250g): Das sind etwa 500 bis 750 Gramm Holz.
- Wasserverbrauch: Die Herstellung von Frischfaserpapier ist extrem wasserintensiv. Je nach Modernität der Anlage werden etwa 30 bis 60 Liter Wasser pro Kilogramm Papier benötigt.
- Pro Rolle: Etwa 7 bis 15 Liter Wasser.
2. Küchenrollen aus Recyclingpapier
Recyclingpapier wird aus Altpapier gewonnen und ist die deutlich nachhaltigere Wahl.
- Holzverbrauch: Nahezu null. Es müssen keine neuen Bäume gefällt werden. Recyclingpapier schont die Waldressourcen direkt.
- Wasserverbrauch: Die Produktion von Recyclingpapier verbraucht etwa 60 % bis 70 % weniger Wasser als die von Frischfaserpapier. Man rechnet mit ca. 10 bis 20 Litern Wasser pro Kilogramm.
- Pro Rolle: Etwa 2,5 bis 5 Liter Wasser.
Zusammenfassender Vergleich (pro Kilogramm Papier)
| Ressource | Frischfaser (konventionell) | Recyclingpapier | Ersparnis durch Recycling |
|---|---|---|---|
| Holz | ca. 2,2 – 3 kg | 0 kg | ~100 % |
| Wasser | 30 – 60 Liter | 10 – 20 Liter | ~60 – 70 % |
| Energie | ca. 5 – 10 kWh | ca. 2,5 – 5 kWh | ~50 % |
Warum ist der Verbrauch so hoch?
- Zellstoffgewinnung: Um aus Holz Fasern zu gewinnen, müssen Lignin und andere Bestandteile chemisch herausgelöst werden. Dabei geht fast die Hälfte der Holzmasse verloren.
- Bleichen: Frischfasern werden oft mit hohem Wasser- und Chemieeinsatz gebleicht, um das typische strahlende Weiß zu erreichen.
- Einweg-Natur: Das Hauptproblem bei Küchenrollen ist, dass sie (anders als Zeitungen) nach der Benutzung meist im Restmüll landen (wegen Verschmutzung mit Fett oder Speiseresten) und somit dem Recyclingkreislauf entzogen werden.
Tipps für einen geringeren Ressourcenverbrauch:
- Blauer Engel: Achten Sie beim Kauf auf das Siegel "Der Blaue Engel". Es garantiert, dass das Papier zu 100 % aus Altpapier besteht und bei der Herstellung weniger Wasser und Energie verbraucht wurde.
- Stoff statt Papier: Für viele Aufgaben in der Küche (Abwischen von Wasser, Reinigen von Flächen) sind waschbare Baumwolltücher oder Mikrofasertücher die ökologisch weitaus bessere Alternative.
- Sparsame Nutzung: Oft reicht ein halbes Blatt oder ein kleiner Lappen aus.
Fazit: Eine einzige Rolle herkömmliches Küchenpapier verbraucht in der Entstehung so viel Wasser, wie man für ca. eine Minute Duschen benötigt, und fast das Dreifache ihres Eigengewichts an Holz. Recycling-Produkte halbieren diesen Fußabdruck nahezu.