Warum führen Küchenrollen oft zu Verstopfungen, wenn sie fälschlicherweise in der Toilette entsorgt werden?
Küchenrollen führen deshalb so häufig zu Verstopfungen in der Toilette, weil sie ganz anders konstruiert sind als Toilettenpapier. Während Toilettenpapier darauf ausgelegt ist, sich bei Kontakt mit Wasser innerhalb kürzester Zeit in kleine Fasern aufzulösen, ist Küchenrolle das genaue Gegenteil: Sie soll stabil bleiben, wenn sie nass wird.
Hier sind die drei Hauptgründe im Detail:
1. Die „Nassfestigkeit“ (Chemische Zusätze)
Küchenrollen enthalten spezielle Bindemittel (sogenannte Nassfestmittel oder Harze). Diese sorgen dafür, dass das Papier extrem reißfest bleibt, selbst wenn es komplett vollgesogen ist. Das ist beim Aufwischen von verschütteten Flüssigkeiten gewollt, aber im Abfluss fatal: Die Fasern halten fest zusammen und bilden einen kompakten Klumpen, anstatt zu zerfallen.
2. Die Faserstruktur
Die Fasern in Küchenrollen sind oft länger und dichter vernetzt als bei Toilettenpapier. Das verleiht ihnen ihre Saugfähigkeit und Robustheit. In den engen Rohren und Krümmungen des Abflusssystems verfangen sich diese stabilen Fasern leicht an Unebenheiten, Kalkablagerungen oder in Kurven.
3. Der Volumeneffekt (Quellen)
Küchenrollen sind darauf optimiert, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser aufzunehmen. Wenn man mehrere Blätter in die Toilette wirft, saugen sie sich voll, quellen auf und nehmen deutlich mehr Platz im Rohr ein als trockenes Papier. Dadurch entsteht sehr schnell ein mechanischer Pfropfen.
Was passiert dann im Rohr?
Sobald ein Blatt Küchenrolle hängen bleibt, wirkt es wie ein Fangnetz. Andere Feststoffe (Fäkalien, Haare oder Fettreste) bleiben daran hängen. Innerhalb kurzer Zeit wächst dieses Hindernis an, bis das Rohr komplett dicht ist.
Das Problem für die Kläranlage
Selbst wenn die Küchenrolle es durch das heimische Rohr schafft, verursacht sie in der Kanalisation Probleme. Da sie sich nicht auflöst, kann sie die Pumpen der Klärwerke verstopfen oder sich mit Fett zu sogenannten „Fettbergen“ verbinden, die mit großem Aufwand manuell entfernt werden müssen.
Fazit: Küchenrollen gehören immer in den Restmüll (oder je nach Verschmutzung in den Biomüll, falls lokal erlaubt), aber niemals in die Toilette. Schon zwei bis drei Blätter können ausreichen, um eine teure Rohrreinigung nötig zu machen.