Warum bilden sich beim Trocknen oft Blasen unter der Raufasertapete?

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Dass sich Blasen unter der Raufasertapete bilden, ist ein häufiges Problem beim Renovieren. In den meisten Fällen verschwinden kleine Blasen von selbst, wenn die Tapete vollständig getrocknet ist, da sie sich beim Trocknen wieder zusammenzieht (Spannung).

Bleiben die Blasen jedoch bestehen oder sind sie sehr groß, liegt das meist an einem der folgenden Gründe:

1. Ungenügende Weichzeit (Der häufigste Grund)

Raufasertapete besteht aus Papierfasern und Holzspänen. Papier dehnt sich aus, wenn es feucht wird.

  • Das Problem: Wenn man die Tapete nach dem Einstreichen nicht lange genug „weichen“ lässt (meist 10–15 Minuten), dehnt sie sich erst an der Wand weiter aus.
  • Die Folge: Da die Tapete an der Wand keinen Platz mehr hat, um sich in der Fläche auszubreiten, wirft sie Falten oder Blasen.

2. Falscher oder ungleichmäßiger Kleisterauftrag

  • Zu wenig Kleister: Stellen, an denen zu wenig Kleister aufgetragen wurde, trocknen zu schnell aus, bevor die Tapete richtig haften kann.
  • Trockene Stellen: Wenn der Kleister ungleichmäßig verteilt wurde, gibt es Inseln ohne Haftung, unter denen sich Luft sammelt.
  • Eingetrockneter Kleister: Wenn man zu viele Bahnen auf Vorrat einstricht, kann der Kleister bereits antrocknen, bevor die Tapete an der Wand ist.

3. Problematischer Untergrund

Die Wand muss den Kleister in der richtigen Geschwindigkeit aufnehmen.

  • Zu stark saugender Untergrund: (Z. B. neuer Putz oder Gipskarton) Die Wand saugt das Wasser aus dem Kleister so schnell auf, dass dieser nicht binden kann. Hier hilft vorheriges Grundieren mit Tiefgrund.
  • Nicht saugender Untergrund: (Z. B. Lackfarbe oder alte, fettige Tapetenreste) Der Kleister kann nicht in die Wand eindringen und findet keinen Halt.
  • Staub oder Schmutz: Wenn die Wand staubig ist, bindet der Kleister mit dem Staub statt mit der Wand.

4. Falsche Trocknungsbedingungen

Tapeten müssen langsam trocknen.

  • Zu viel Wärme oder Zugluft: Wenn im Raum stark geheizt wird oder Durchzug herrscht, trocknet die Vorderseite der Tapete schneller als der Kleister dahinter. Die dadurch entstehende Spannung reißt die Tapete stellenweise von der Wand ab.

5. Lufteinschlüsse beim Anbringen

Wenn die Tapete nicht sorgfältig mit einer Tapezierbürste oder Moosgummirolle von der Mitte nach außen festgedrückt wurde, bleiben Luftpolster eingeschlossen.


Was kann man tun?

  1. Abwarten: Viele Blasen ziehen sich beim Trocknen (innerhalb von 24 Stunden) von selbst glatt.
  2. Die "Kleisterspritze": Wenn eine Blase nach dem Trocknen bleibt, kann man mit einer speziellen Spritze (aus dem Baumarkt) etwas Kleister in die Blase injizieren, kurz einweichen lassen und dann festdrücken.
  3. Der Kreuzschnitt: Mit einem Cuttermesser die Blase vorsichtig kreuzförmig aufschneiden, etwas Kleister unter die Ecken geben und die Ränder wieder glattstreichen. Da Raufasertapete eine Struktur hat und meist überstrichen wird, sieht man diese Reparaturstelle später kaum.

Tipp für das nächste Mal: Achten Sie darauf, dass alle Bahnen exakt gleich lang weichen, damit das Muster und die Dehnung überall gleichmäßig sind.

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