Warum trocknen Tintenpatronen bei längerer Nichtbenutzung ein?
Das Eintrocknen von Tintenpatronen ist ein physikalischer Prozess, der hauptsächlich auf die Zusammensetzung der Tinte und die Bauweise von Tintenstrahldruckern zurückzuführen ist.
Hier sind die Hauptgründe im Detail:
1. Verdunstung des Lösungsmittels
Druckertinte besteht zu einem großen Teil (bis zu 90 %) aus Wasser oder speziellen Lösungsmitteln, in denen die Farbpigmente oder Farbstoffe gelöst sind.
- Der Prozess: Sobald die Tinte mit Luft in Kontakt kommt, beginnt das Wasser bzw. das Lösungsmittel zu verdampfen.
- Das Ergebnis: Zurück bleiben die festen Bestandteile (Pigmente, Bindemittel und Harze). Ohne die Flüssigkeit werden diese hart und zähflüssig – die Tinte „trocknet ein“.
2. Mikroskopisch kleine Düsen
Die Düsen am Druckkopf, durch die die Tinte auf das Papier gespritzt wird, sind extrem fein (oft dünner als ein menschliches Haar).
- Schon eine winzige Menge eingetrockneter Tinte reicht aus, um diese winzigen Kanäle komplett zu verstopfen.
- Da der Druckkopf bei vielen Druckern direkt an der Patrone sitzt oder sehr nah an der Außenluft ist, findet die Verdunstung genau an dieser kritischen Stelle am schnellsten statt.
3. Fehlende „Parkposition“ oder Reinigung
Moderne Drucker haben Schutzmechanismen, um das Eintrocknen zu verhindern:
- Parkstation: Wenn der Drucker ordnungsgemäß ausgeschaltet wird, fährt der Druckkopf in eine Parkposition, die ihn luftdicht mit einer Gummilippe abschließt.
- Selbstreinigung: Viele Geräte führen in regelmäßigen Abständen kurze Reinigungszyklen durch, bei denen ein wenig frische Tinte durch die Düsen gepresst wird, um Ablagerungen zu lösen.
- Das Problem: Trennt man den Drucker zum Beispiel über eine Steckerleiste komplett vom Strom, kann er weder die Parkposition optimal halten noch automatische Reinigungen durchführen.
4. Umgebungseinflüsse
- Wärme: Steht der Drucker direkt neben einer Heizung oder in der prallen Sonne, beschleunigt das die Verdunstung massiv.
- Geringe Luftfeuchtigkeit: In sehr trockenen Räumen trocknet die Tinte schneller aus als in Räumen mit normaler Luftfeuchtigkeit.
Was kann man dagegen tun?
- Regelmäßig drucken: Mindestens einmal alle zwei Wochen eine Testseite oder ein farbiges Dokument drucken. Das hält den Tintenfluss aufrecht.
- Richtig ausschalten: Immer den Power-Knopf am Gerät benutzen, damit der Druckkopf in die geschützte Parkposition fahren kann. Erst danach ggf. die Stromzufuhr trennen.
- Standort wählen: Den Drucker an einen kühlen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung und fern von Heizkörpern stellen.
- Druckerreinigung starten: Wenn die Düsen bereits leicht verstopft sind, hilft oft das systemeigene Reinigungsprogramm (in den Druckeinstellungen zu finden).
Hinweis: Wer sehr selten druckt (nur alle paar Monate), für den ist ein Laserdrucker oft die bessere Wahl. Dieser nutzt Toner (ein feines Pulver), das bauartbedingt nicht eintrocknen kann.