Warum laufen AA-Batterien bei längerer Nichtbenutzung in Geräten aus?

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Das Auslaufen von AA-Batterien (meist Alkali-Mangan-Batterien) ist ein chemischer und physikalischer Prozess. Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:

1. Die chemische Entladung und Gasbildung

In einer Batterie finden chemische Reaktionen statt, um Strom zu erzeugen. Auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist, findet eine minimale Selbstentladung statt. Ist die Batterie fast leer, ändert sich die chemische Zusammensetzung im Inneren. Dabei entsteht als Nebenprodukt Wasserstoffgas.

2. Druckaufbau im Inneren

Je länger die Batterie entladen wird (oder ungenutzt im Gerät verweilt), desto mehr Gas bildet sich. Dieses Gas erhöht den Innendruck im Stahlgehäuse der Batterie.

3. Das Sicherheitsventil (Die Sollbruchstelle)

Damit die Batterie durch den hohen Gasdruck nicht wie eine kleine Bombe explodiert, haben Batterien an den Enden (meist am Minuspol) winzige Sicherheitsventile oder dünne Dichtungsringe aus Kunststoff. Wenn der Druck zu hoch wird, geben diese Dichtungen nach und lassen das Gas – und leider auch die Flüssigkeit – entweichen.

4. Das Elektrolyt (Die "Batteriesäure")

Die Flüssigkeit, die austritt, ist bei Alkalibatterien kein Säure, sondern eine Lauge: Kalilauge (Kaliumhydroxid).

  • Im flüssigen Zustand: Sie ist extrem ätzend und kann die Elektronik und die Metallkontakte des Geräts zerfressen (Korrosion).
  • An der Luft: Die Kalilauge reagiert mit dem Kohlendioxid aus der Luft und kristallisiert zu einem weißen, krustigen Pulver (Kaliumcarbonat).

Warum passiert das besonders oft in Geräten?

  • Kriechströme: Viele moderne Geräte (Fernbedienungen, Uhren, Spielzeug) schalten nicht mechanisch komplett ab, sondern verbrauchen im Standby winzige Mengen Strom. Das führt dazu, dass die Batterie irgendwann "tiefentladen" wird. Eine tiefentladene Batterie produziert besonders viel Gas und läuft daher fast zwangsläufig aus.
  • Materialermüdung: Bei sehr alten Batterien können die Dichtungen spröde werden, was das Auslaufen begünstigt.

Tipps zur Vermeidung:

  1. Entfernen: Wenn Sie ein Gerät länger als ein paar Monate nicht benutzen, nehmen Sie die Batterien heraus.
  2. Mischen verboten: Mischen Sie niemals alte und neue Batterien oder Batterien verschiedener Hersteller. Die schwächere Batterie wird von der stärkeren "leergesaugt" und kann dadurch tiefentladen werden und auslaufen.
  3. Qualität: Markenhersteller werben oft mit "auslaufsicheren" Gehäusen, die tatsächlich robuster sind als Billigprodukte, aber eine Garantie gibt es bei herkömmlichen Alkalibatterien nie.
  4. Alternative: In Geräten, die sehr lange ungenutzt bleiben (z. B. Taschenlampen für den Notfall), sind Lithium-Batterien (nicht zu verwechseln mit Lithium-Ionen-Akkus) besser geeignet, da diese chemisch stabiler sind und praktisch nie auslaufen.

Wichtig beim Reinigen: Falls eine Batterie ausgelaufen ist, fassen Sie das weiße Pulver nicht mit bloßen Händen an (es ist ätzend für Haut und Augen). Man kann es meist mit einem Wattestäbchen und etwas Essig oder Zitronensaft neutralisieren und reinigen.

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