Sind alle herkömmlichen Fahrradträger auch für das hohe Gewicht von E-Bikes ausgelegt?
Die kurze Antwort lautet: Nein.
Die meisten herkömmlichen Fahrradträger, die für normale Fahrräder (Bio-Bikes) entwickelt wurden, sind nicht für das hohe Gewicht von E-Bikes ausgelegt. Wenn du E-Bikes auf einem ungeeigneten Träger transportierst, riskierst du Materialermüdung, Brüche oder sogar den Verlust der Fahrräder während der Fahrt.
Hier sind die wichtigsten Gründe und worauf du achten musst:
1. Die Nutzlast (Gesamtgewicht)
Herkömmliche Träger (besonders ältere Modelle oder günstige Varianten) haben oft eine maximale Nutzlast von 35 bis 45 kg.
- Ein normales Fahrrad wiegt etwa 12–15 kg. Zwei Stück wiegen 30 kg – kein Problem.
- Ein E-Bike wiegt meist zwischen 22 und 28 kg. Zwei E-Bikes bringen es also schnell auf 50 bis 60 kg. Damit wäre ein herkömmlicher Träger massiv überladen.
2. Die Schienenlast (Gewicht pro Fahrrad)
Selbst wenn die Gesamtnutzlast ausreicht, gibt es die sogenannte maximale Schienenlast.
- Viele herkömmliche Träger sind pro Schiene nur für 15 oder 20 kg zugelassen.
- Ein schweres E-Bike kann die einzelne Schiene verbiegen oder die Haltearme überfordern. Spezielle E-Bike-Träger sind oft für 30 kg pro Schiene ausgelegt.
3. Der Radstand und die Reifenbreite
E-Bikes (besonders E-Mountainbikes) haben oft:
- Einen längeren Radstand, weshalb sie über herkömmliche Schienen hinausragen könnten.
- Breitere Reifen, die nicht in die schmalen Plastikschalen alter Träger passen.
4. Die Stützlast der Anhängerkupplung (Wichtig!)
Nicht nur der Träger muss das Gewicht halten, sondern auch dein Auto. Die Stützlast (zu finden im Fahrzeugschein oder am Aufkleber an der Türsäule/Kupplung) gibt an, wie viel Gewicht senkrecht auf der Kupplung lasten darf.
- Rechnung: Gewicht des Trägers (ca. 15–20 kg) + Gewicht der E-Bikes (ca. 50 kg) = 70 kg Gesamtgewicht.
- Viele Kleinwagen oder ältere PKW haben nur eine Stützlast von 50 kg oder 60 kg. In diesem Fall darfst du zwei E-Bikes selbst mit einem speziellen E-Bike-Träger nicht transportieren.
5. Montagearten: Dach vs. Heck
- Dachträger: Davon ist bei E-Bikes dringend abzuraten. Erstens ist es extrem schwer, ein 25-kg-Rad auf das Dach zu heben, und zweitens überschreitet man bei zwei E-Bikes fast immer die zulässige Dachlast des Autos.
- Heckklappenträger: Diese sind meistens nur für leichte Räder gedacht. Das Gewicht von E-Bikes kann die Scharniere der Heckklappe beschädigen oder die Scheibe zum Reißen bringen.
Tipps für den Transport von E-Bikes:
- Akku ausbauen: Nimm die Akkus vor der Fahrt immer aus den Rädern und transportiere sie im Kofferraum. Das spart pro Rad ca. 3 bis 4 kg und schützt die Kontakte vor Feuchtigkeit (mit Kappen abdecken!).
- E-Bike-Ready Träger kaufen: Achte beim Kauf auf die Kennzeichnung „E-Bike ready“. Bekannte Hersteller wie Thule, Uebler oder Westfalia haben spezielle Modelle (z. B. Thule EasyFold oder Uebler i21), die für hohe Lasten und breite Reifen optimiert sind.
- Auffahrschiene: Da E-Bikes schwer sind, bieten viele Hersteller Rampen an, über die man die Räder einfach auf den Träger schieben kann.
Fazit: Prüfe unbedingt das Typenschild deines Trägers (Max. Load) und die Stützlast deines Autos, bevor du E-Bikes montierst. Ein spezieller E-Bike-Träger ist eine lohnende Investition in die Sicherheit.