Gibt es eine gesetzliche Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrten mit einem Fahrradträger?

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In Deutschland gibt es keine spezielle gesetzliche Höchstgeschwindigkeit in der Straßenverkehrsordnung (StVO), die explizit für das Fahren mit einem Fahrradträger festgeschrieben ist.

Dennoch gibt es wichtige rechtliche und technische Grenzen, die du kennen solltest:

1. Herstellerempfehlung (Meist 130 km/h)

Fast alle namhaften Hersteller von Fahrradträgern (z. B. Thule, Westfalia, Uebler) geben in ihrer Bedienungsanleitung eine Höchstgeschwindigkeit an. In der Regel liegt diese bei 130 km/h.

  • Rechtliche Relevanz: Diese Empfehlung ist zwar kein Gesetz im Sinne der StVO, aber sie ist für die Haftung und die Betriebserlaubnis entscheidend.

2. Die Straßenverkehrsordnung (StVO)

Auch wenn es kein festes Tempolimit gibt, greifen andere Paragrafen:

  • § 22 StVO (Ladung): Die Ladung (die Fahrräder und der Träger) muss so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen oder herabfallen kann.
  • § 1 StVO (Grundregel): Du darfst andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden. Wer mit 180 km/h und Fahrrädern auf dem Dach fährt, handelt im Falle eines Unfalls oft fahrlässig.

3. Versicherungsschutz

Dies ist der kritischste Punkt: Wenn du die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit (z. B. 130 km/h) deutlich überschreitest und es kommt zu einem Unfall oder der Träger reißt ab, kann die Versicherung dies als grobe Fahrlässigkeit auslegen.

  • Die Haftpflichtversicherung zahlt zwar den Schaden Dritter, kann dich aber in Regress nehmen.
  • Deine eigene Kaskoversicherung könnte die Zahlung für Schäden am eigenen Auto oder den teuren E-Bikes verweigern.

4. Besonderheiten im Ausland

Wenn du über die Grenze fährst, gelten die dortigen Regeln. In einigen Ländern gibt es strengere Vorschriften für überstehende Ladung oder spezielle Kennzeichnungspflichten (z. B. die rot-weiß gestreifte Warntafel in Italien oder Spanien). Ein spezielles Tempolimit nur für Heckträger ist aber auch dort selten, solange das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird.

Zusammenfassung & Tipps:

  • Richtgeschwindigkeit 130 km/h: Halte dich an die 130 km/h, auch wenn das Auto schneller könnte. Es ist die sicherste Grenze für Material und Haftung.
  • Dach- vs. Kupplungsträger: Bei Dachträgern ist der Windwiderstand enorm. Hier ist die Gefahr bei hohen Geschwindigkeiten deutlich größer als bei Heckträgern.
  • Ladung prüfen: Entferne vor der Fahrt Körbe, Luftpumpen, Akkus (bei E-Bikes) und Tachos. Diese Teile können sich bei hohem Tempo lösen und zu gefährlichen Geschossen werden.
  • Nachziehen: Kontrolliere nach den ersten 50 Kilometern die Befestigungen.

Fazit: Gesetzlich darfst du so schnell fahren, wie es die Schilder erlauben, solange die Ladung sicher ist. Praktisch und versicherungstechnisch solltest du jedoch nicht schneller als 130 km/h fahren.

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