Wie stark nehmen die Windgeräusche während der Fahrt durch einen Dachträger zu?
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Die Zunahme der Windgeräusche durch einen Dachträger ist deutlich spürbar, hängt aber extrem von der Bauart des Trägers, der Geschwindigkeit und dem Fahrzeug ab.
Man kann die Zunahme grob in folgende Kategorien unterteilen:
1. Die Art des Profils (Der wichtigste Faktor)
- Vierkant-Profile (Stahl): Diese sind am lautesten. Da sie ungeschützt im Wind stehen und keine aerodynamische Form haben, erzeugen sie oft ein lautes Pfeifen oder ein tiefes Brummen. Hier nimmt die Lautstärke ab ca. 80 km/h massiv zu.
- Aluminium-Profile (Oval/Flügelform): Moderne „WingBars“ sind der Form eines Flugzeugflügels nachempfunden. Sie sind deutlich leiser (bis zu 90 % weniger Geräuschemission im Vergleich zu Vierkantrohren laut Herstellerangaben). Man hört sie meist erst ab 100–120 km/h als leises Hintergrundrauschen.
2. Die Geschwindigkeit
Die Windgeräusche nehmen nicht linear, sondern exponentiell zu:
- Bis 80 km/h: Meist vernachlässigbar.
- 80 bis 120 km/h: Das Geräusch wird zum präsenten Hintergrundrauschen. Gespräche im Auto müssen eventuell etwas lauter geführt werden.
- Über 130 km/h: Die Geräuschkulisse kann störend werden („Wummer-Geräusche“), besonders bei leerem Träger, da die Luft ungehindert durch die Profile strömen und Verwirbelungen erzeugen kann.
3. Wahrnehmung im Innenraum (dB-Werte)
In Dezibel ausgedrückt: Ein Dachträger kann den Geräuschpegel im Innenraum um 3 bis 10 dB erhöhen. Zur Einordnung: Eine Erhöhung um 10 dB wird vom menschlichen Gehör etwa als Verdopplung der Lautstärke wahrgenommen.
Warum entstehen die Geräusche?
- Verwirbelungen (Turbulenzen): Die Luft wird an den Kanten des Trägers gebrochen.
- Resonanz: Der hohle Träger kann wie eine Orgelpfeife wirken (besonders wenn die Gummilippen in der Nut fehlen).
- Sogeffekte: Zwischen dem Autodach und dem Träger entsteht ein enger Kanal, in dem die Luft beschleunigt wird (Venturi-Effekt).
Tipps zur Minimierung der Geräusche:
- Gummistreifen einsetzen: Viele Aluträger haben eine Nut an der Oberseite. Wenn der Gummistreifen dort nicht oder nur lückenhaft eingesetzt ist, entsteht ein extrem lautes Pfeifen.
- Position korrigieren: Den Träger so weit wie möglich nach hinten schieben (sofern die Last es zulässt), um ihn aus der direkten Strömung der Windschutzscheibe zu nehmen.
- Windabweiser (Fairings): Ein spezielles Schild an der Vorderseite des Trägers leitet den Wind über den Träger hinweg.
- Abmontieren: Der beste Tipp – ein unbenutzter Dachträger kostet nicht nur Nerven durch Lärm, sondern erhöht den Kraftstoffverbrauch um ca. 0,5 bis 1,5 Liter pro 100 km.
Fazit: Wenn Sie lärmempfindlich sind, greifen Sie unbedingt zu Aeroprofilen (Alu). Bei günstigen Vierkantträgern ist die Lärmzunahme ab Autobahntempo für die meisten Menschen auf Dauer anstrengend.