Welche Schwierigkeiten verursachen Sesamkörner für Träger von Zahnspangen oder Zahnersatz?

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Sesamkörner sind aufgrund ihrer geringen Größe, ihrer flachen Form und ihrer harten Konsistenz besonders tückisch für Menschen mit Zahnspangen oder Zahnersatz.

Hier sind die spezifischen Schwierigkeiten im Detail:

1. Bei fest sitzenden Zahnspangen (Brackets)

  • Verfangen in Zwischenräumen: Sesamkörner haben die perfekte Größe, um sich zwischen dem Draht (Bogen) und dem Zahn oder direkt unter den Brackets zu verkeilen. Da sie so klein sind, spürt man sie zwar oft, kommt aber mit der Zunge nicht heran, um sie zu lösen.
  • Schwierige Reinigung: Herkömmliche Zahnbürsten gleiten oft über die kleinen Körner hinweg, anstatt sie aus den Nischen der Spange herauszuhebeln. Es erfordert oft den Einsatz von Interdentalbürsten oder Mundduschen.
  • Ästhetisches Problem: Da Sesam oft auf Backwaren (Brötchen, Brezeln) klebt, sieht man die dunklen oder hellen Pünktchen nach dem Essen oft sehr deutlich an der Zahnspange – das ist vielen Betroffenen unangenehm.
  • Kariesrisiko: Wenn die Körner unbemerkt über längere Zeit an den Brackets hängen bleiben, können sie Bakterienansammlungen begünstigen, was zu Entkalkungen des Zahnschmelzes führt.

2. Bei herausnehmbarem Zahnersatz (Prothesen)

  • Der "Sandkorn-Effekt": Das größte Problem bei Voll- oder Teilprothesen ist, dass Sesamkörner unter die Prothesenbasis gelangen können. Da die Schleimhaut dort sehr empfindlich ist und die Prothese beim Kauen Druck ausübt, wirkt das winzige Korn wie ein spitzer Stein im Schuh.
  • Druckstellen und Schmerzen: Durch die harte Schale des Sesams entsteht bei jedem Aufbiss ein punktueller, stechender Schmerz. Dies kann innerhalb kurzer Zeit zu schmerzhaften Druckstellen oder Entzündungen der Mundschleimhaut führen.
  • Saugkraftverlust: Wenn sich mehrere Körner unter die Prothese schieben, kann dies den Halt (die Saugwirkung) der Prothese beeinträchtigen, wodurch diese instabil wird oder wackelt.

3. Bei festsitzendem Zahnersatz (Brücken und Implantate)

  • Nischenbildung: Bei Brücken gibt es oft einen winzigen Spalt zwischen dem Brückenglied (dem ersetzten Zahn) und dem Zahnfleisch. Sesamkörner setzen sich dort extrem leicht fest. Da dieser Bereich oft schwer zu reinigen ist, kann das zu Zahnfleischreizungen oder unangenehmem Mundgeruch führen.
  • Gefahr bei Implantaten: Bei Implantaten ist eine penible Hygiene entscheidend. Feststeckende Fremdkörper wie Sesamkörner können Entzündungen des Gewebes um das Implantat (Periimplantitis) begünstigen, wenn sie nicht gründlich entfernt werden.

Tipps für Betroffene:

  • Spülen: Nach dem Verzehr von sesamhaltigen Speisen sofort kräftig mit Wasser ausspülen.
  • Hilfsmittel: Träger von Spangen sollten immer eine kleine Interdentalbürste dabei haben.
  • Prothesenreinigung: Wenn man merkt, dass etwas unter die Prothese geraten ist, sollte man diese so schnell wie möglich kurz herausnehmen und abspülen, um Entzündungen zu vermeiden.
  • Vorsicht bei klebrigen Massen: Besonders schwierig ist Sesam in Verbindung mit Honig oder Karamell (z. B. in Riegeln), da die Körner dann regelrecht am Zahnersatz festbetoniert werden.
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