Können sich Bakterien und Keime auf der Pumpvorrichtung von Seifenspendern vermehren?

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Ja, Bakterien und Keime können sich auf der Pumpvorrichtung von Seifenspendern nicht nur ansammeln, sondern unter bestimmten Bedingungen auch vermehren.

Hier sind die Gründe, warum das passiert und was man darüber wissen sollte:

1. Warum sie sich dort wohlfühlen

  • Feuchtigkeit: Seifenspender stehen meist an Waschbecken, wo es feucht ist. Feuchtigkeit ist die Grundvoraussetzung für das Überleben und die Vermehrung von Mikroorganismen.
  • Nährstoffe: Durch das häufige Berühren mit schmutzigen Händen werden Hautschüppchen, Fette und organischer Schmutz auf den Pumpkopf übertragen. Diese dienen den Bakterien als Nahrung.
  • Biofilme: Wenn Seifenreste an der Düse oder am Drücker antrocknen und wieder feucht werden, kann sich ein sogenannter Biofilm bilden – eine Schleimschicht, in der Bakterien gut geschützt sind und sich vermehren können.

2. Welche Keime findet man dort?

Studien haben auf öffentlichen Seifenspendern unter anderem folgende Erreger gefunden:

  • Fäkalbakterien (wie E. coli), besonders wenn die Toilette gespült wird, ohne den Deckel zu schließen (Aerosolbildung).
  • Staphylokokken (von der Haut).
  • Pseudomonaden, die besonders in feuchten Umgebungen und sogar in manchen Flüssigseifen überleben können.

3. Das "Nachfüll-Problem" (Bulk Soap)

Besonders problematisch sind nachfüllbare Spender in öffentlichen Toiletten, bei denen neue Seife in einen halb leeren Behälter geschüttet wird.

  • Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Spender oft massiv mit Bakterien kontaminiert sind, da die Keime in den Behälter gelangen und dort in der Seife (wenn diese nicht stark genug konserviert ist) wachsen.
  • Beim Pumpen gelangen diese Keime dann direkt auf die Hände.

4. Warum ist das meistens trotzdem kein großes Problem?

Es klingt erst einmal eklig, aber: Man benutzt die Vorrichtung ja, um sich danach die Hände zu waschen.

  • Wenn man die Hände gründlich mit der Seife und Wasser einreibt (mindestens 20–30 Sekunden), werden die Keime, die man gerade beim Drücken des Spenders aufgenommen hat, wieder abgespült.
  • Kritisch wird es nur, wenn man den Spender mit bereits gewaschenen Händen nochmals berührt oder wenn die Seife im Inneren des Spenders so stark verkeimt ist, dass das Waschen kaum noch einen Reinigungseffekt hat.

Tipps für mehr Hygiene:

  1. Ellbogen nutzen: Viele Spender (besonders in Krankenhäusern) sind so konzipiert, dass man sie mit dem Ellbogen bedienen kann. Das kann man auch bei normalen Spendern versuchen.
  2. Sensorspender: Berührungslose Spender eliminieren das Problem der Oberflächenkontamination fast vollständig.
  3. Einweg-Kartuschen: Im gewerblichen Bereich sind versiegelte Kartuschen hygienischer als offene Nachfüllbehälter.
  4. Regelmäßige Reinigung: Zu Hause sollte man den Pumpkopf beim Badputzen regelmäßig mit Desinfektionsmittel oder heißem Wasser und Reiniger abwischen.
  5. Gründlich abtrocknen: Keime lieben Feuchtigkeit. Wer sich die Hände nach dem Waschen gründlich abtrocknet (am besten mit einem frischen Handtuch oder Papier), entfernt mechanisch nochmals einen Großteil der restlichen Bakterien.
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