Können passierte Tomaten bei einer bestehenden Histaminintoleranz Beschwerden auslösen?

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Ja, passierte Tomaten sind bei einer Histaminintoleranz leider sehr häufig ein starker Auslöser für Beschwerden.

Hier sind die Gründe, warum Tomatenprodukte problematisch sind:

1. Tomaten als "Histaminliberatoren"

Tomaten enthalten zwar selbst eine gewisse Menge an Histamin, das Hauptproblem ist jedoch, dass sie als sogenannte Histaminliberatoren wirken. Das bedeutet, sie enthalten Stoffe, die den Körper dazu bringen, das bereits gespeicherte, eigene Histamin im Gewebe schlagartig freizusetzen.

2. Konzentration durch Verarbeitung

Passierte Tomaten sind ein konzentriertes Produkt. Während eine kleine frische Tomate für manche noch tolerabel sein mag, entspricht eine Packung passierte Tomaten einer großen Menge an frischen Tomaten. Je stärker verarbeitet und konzentriert ein Tomatenprodukt ist (am schlimmsten ist Tomatenmark), desto höher ist das Potenzial für Beschwerden.

3. Lagerung und Reifegrad

Histamin entsteht durch den Abbau von Aminosäuren während der Lagerung und Reifung. Passierte Tomaten werden oft aus sehr reifen Tomaten hergestellt und lagern dann über lange Zeit in Konserven oder Tetra Paks. Dies erhöht den Histamingehalt zusätzlich.

4. Andere biogene Amine

Tomaten enthalten auch andere biogene Amine (wie Tyramin). Da diese über dasselbe Enzym (DAO) abgebaut werden wie Histamin, "blockieren" sie den Abbauweg, sodass das Histamin langsamer abgebaut wird und die Symptomlast steigt.


Tipps für Betroffene:

  • Gelbe Tomaten: Manche Betroffene vertragen frische, gelbe Tomaten besser als rote, da sie oft weniger Histaminliberatoren enthalten. Dies ist jedoch individuell sehr verschieden.
  • Frische statt Konserve: Wenn Tomaten, dann so frisch wie möglich und in kleinen Mengen. Passierte Tomaten aus der Packung sind deutlich kritischer als eine frisch pürierte, junge Tomate.
  • Alternativen für Saucen:
    • Paprikasauce: Eine Sauce aus gedünsteten und pürierten roten Paprika (frisch) sieht optisch ähnlich aus wie Tomatensauce und wird oft besser vertragen.
    • Nomato-Sauce: Ein bekanntes Rezept aus der histaminarmen Küche, das meist auf Basis von Karotten, Roten Bete und Zwiebeln hergestellt wird, um den Geschmack und die Farbe von Tomatensauce zu imitieren.
    • Kürbispüree: Kann ebenfalls als Basis für Saucen dienen.

Fazit: Wenn Sie unter einer Histaminintoleranz leiden, sollten Sie bei passierten Tomaten sehr vorsichtig sein. Sie gehören zu den Lebensmitteln, die auf der "roten Liste" meist weit oben stehen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche oder ernährungswissenschaftliche Beratung.

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