Können künstliche Tränen das Sehvermögen kurzzeitig beeinträchtigen?

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Ja, künstliche Tränen können das Sehvermögen kurzzeitig beeinträchtigen.

Dies ist eine sehr häufige Nebenwirkung, die meistens direkt nach dem Eintropfen auftritt. Hier sind die Hauptgründe dafür:

1. Die Viskosität (Zähflüssigkeit)

Künstliche Tränen sind oft dicker als die natürliche Tränenflüssigkeit, damit sie länger auf der Augenoberfläche haften bleiben.

  • Wässrige Tropfen: Verursachen meist nur für wenige Sekunden eine leichte Trübung.
  • Gels oder hochkonzentrierte Hyaluronsäure: Diese sind zähflüssiger und können das Sehen für einige Minuten deutlich verschleiern.
  • Augensalben: Diese enthalten oft Fette oder Öle und verursachen die stärkste und am längsten anhaltende Sichtbehinderung. Deshalb werden sie meist zur Anwendung vor dem Schlafengehen empfohlen.

2. Verteilung auf der Hornhaut

Wenn der Tropfen ins Auge gelangt, bildet er zunächst einen dicken Flüssigkeitsfilm. Es dauert ein paar Lidschläge, bis sich diese Flüssigkeit gleichmäßig über die Hornhaut verteilt hat. Solange der Film ungleichmäßig ist, wird das Licht nicht korrekt gebrochen, was zu unscharfem Sehen führt.

3. Inhaltsstoffe (z. B. Lipide)

Einige Augentropfen enthalten Lipide (Öle), um die Verdunstung des Tränenfilms zu verhindern. Diese Öle können einen leichten "Schleier" auf dem Auge bilden, der das Sehen kurzzeitig milchig erscheinen lässt.


Was Sie beachten sollten:

  • Warten Sie mit dem Autofahren: Setzen Sie sich erst ans Steuer oder bedienen Sie Maschinen, wenn Ihre Sicht wieder vollkommen klar ist.
  • Blinzeln hilft: Sanftes Blinzeln nach dem Eintropfen hilft dabei, die Flüssigkeit schneller und gleichmäßiger zu verteilen.
  • Kontaktlinsen: Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, achten Sie darauf, ob die Tropfen für Linsen geeignet sind. Manche Tropfen können sich auf der Linse ablagern und diese dauerhaft eintrüben.
  • Unverträglichkeit: Wenn das Brennen oder die Trübung sehr lange anhält oder das Auge stark rötet, könnte eine Unverträglichkeit (z. B. gegen Konservierungsstoffe) vorliegen. In diesem Fall sollten Sie auf konservierungsmittelfreie Einmaldosen umsteigen oder einen Augenarzt konsultieren.

Fazit: Ein kurzes Verschwommensehen (einige Sekunden bis wenige Minuten) ist völlig normal und meist ein Zeichen dafür, dass das Medikament einen schützenden Film über das Auge legt.

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