Sind alle künstlichen Tränen uneingeschränkt für Kontaktlinsenträger geeignet?

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Die kurze Antwort lautet: Nein. Nicht alle künstlichen Tränen sind uneingeschränkt für Kontaktlinsenträger geeignet.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum man bei der Auswahl vorsichtig sein muss: Konservierungsmittel und die Viskosität (Dicke) der Tropfen.

Hier sind die wichtigsten Details, auf die Sie achten sollten:

1. Das Problem mit Konservierungsmitteln

Viele herkömmliche Augentropfen enthalten Konservierungsmittel (wie z. B. Benzalkoniumchlorid), um sie nach dem Öffnen haltbar zu machen.

  • Warum das für Kontaktlinsen (besonders weiche) problematisch ist: Weiche Kontaktlinsen wirken wie ein Schwamm. Sie nehmen die Konservierungsmittel auf und speichern sie. Das führt dazu, dass die Chemikalien über einen langen Zeitraum direkt an der Hornhaut abgegeben werden.
  • Folgen: Dies kann zu Reizungen, Entzündungen oder sogar toxischen Reaktionen am Auge führen. Zudem können die Linsen verfärbt oder in ihrer Struktur verändert werden.

Empfehlung: Achten Sie auf den Hinweis „konservierungsmittelfrei“. Diese Tropfen werden oft in Einmaldosen (EDO) oder speziellen Flaschen mit Pumpsystem (wie dem COMOD-System) angeboten, die ohne Keime auskommen.

2. Die Viskosität (Gel vs. Tropfen)

Künstliche Tränen gibt es in verschiedenen Konsistenzen, von wässrig bis gelartig.

  • Gele und hochviskose Tropfen: Diese sind meist für die Anwendung über Nacht gedacht. Wenn Sie diese bei eingesetzten Kontaktlinsen verwenden, können sie einen Schleier auf der Linse bilden. Das führt zu verschwommenem Sehen und kann Ablagerungen auf der Linsenoberfläche begünstigen.
  • Wässrige Tropfen: Diese sind meist besser geeignet („Nachbenetzungslösungen“), da sie die Sicht nicht beeinträchtigen.

3. Weiche vs. Harte Kontaktlinsen

  • Weiche Linsen: Sind am empfindlichsten gegenüber Inhaltsstoffen. Hier sollten Sie fast ausschließlich Produkte verwenden, die explizit als „für Kontaktlinsen geeignet“ gekennzeichnet sind.
  • Harte (formstabile) Linsen: Sie nehmen keine Flüssigkeit auf, sind also robuster. Dennoch sollten auch hier konservierungsmittelfreie Tropfen bevorzugt werden, um das Auge zu schonen.

Tipps für den Kauf und die Anwendung:

  1. Achten Sie auf die Kennzeichnung: Auf der Packung sollte stehen: „Für Kontaktlinsenträger geeignet“ oder „Mit Kontaktlinsen verträglich“.
  2. Einmaldosen nutzen: Wenn Sie nur gelegentlich Tropfen brauchen, sind Einmaldosen ideal, da sie garantiert keine Konservierungsstoffe enthalten.
  3. Wartezeit einhalten: Wenn Sie Tropfen verwenden müssen, die nicht für Linsen geeignet sind (z. B. medizinische Augentropfen vom Arzt), sollten Sie die Linsen herausnehmen und nach dem Tropfen mindestens 15 bis 20 Minuten warten, bevor Sie die Linsen wieder einsetzen.
  4. Fachberatung: Fragen Sie Ihren Augenoptiker oder Augenarzt. Manche Linsenmaterialien vertragen sich besser mit bestimmten Inhaltsstoffen (z. B. Hyaluronsäure) als andere.

Zusammenfassend: Greifen Sie als Kontaktlinsenträger am besten immer zu konservierungsmittelfreien Produkten, die explizit für die Verwendung mit Linsen ausgewiesen sind.

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