Können die im Pumpernickel enthaltenen Purine bei bestimmten Vorerkrankungen Probleme bereiten?

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Ja, die im Pumpernickel enthaltenen Purine können bei bestimmten Vorerkrankungen eine Rolle spielen, allerdings muss man dies im Verhältnis zu anderen Lebensmitteln betrachten.

Die wichtigste Erkrankung in diesem Zusammenhang ist die Gicht (bzw. ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, die Hyperurikämie).

Hier sind die Details dazu, wie Pumpernickel bei bestimmten Vorerkrankungen wirkt:

1. Gicht und Hyperurikämie

Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut. Wenn der Harnsäurespiegel zu hoch ist, können sich Kristalle in den Gelenken ablagern, was zu schmerzhaften Gichtanfällen führt.

  • Puringehalt: Pumpernickel ist ein Vollkornbrot aus Roggen. Vollkornprodukte enthalten grundsätzlich mehr Purine als Weißmehlprodukte, da sich die Purine vor allem in den Randschichten des Korns befinden.
  • Einordnung: Pumpernickel gilt dennoch als purinarmes bis moderates Lebensmittel. Er enthält etwa 40 bis 50 mg Purine pro 100 g (was ca. 100–120 mg Harnsäure entspricht).
  • Vergleich: Zum Vergleich: Innereien oder bestimmte Fischarten (wie Forelle oder Hering) enthalten oft über 200–300 mg Purine pro 100 g.
  • Empfehlung: Gichtpatienten müssen Pumpernickel nicht komplett meiden, sollten ihn aber in Maßen genießen, wenn sie sich in einer streng purinarmen Phase befinden.

2. Nierensteine (Uratsteine)

Menschen, die zu Nierensteinen neigen, die aus Harnsäure bestehen (Uratsteine), müssen ebenfalls auf ihre Purinzufuhr achten. Auch hier gilt: Pumpernickel trägt zur Harnsäurebildung bei, ist aber bei weitem nicht so problematisch wie Fleisch, Wurst oder Alkohol.

3. Zöliakie und Glutenintoleranz (Wichtiger Zusatz)

Obwohl dies nichts mit Purinen zu tun hat, ist es bei Pumpernickel wichtig: Da er aus Roggen besteht, enthält er Gluten. Für Menschen mit Zöliakie ist er daher absolut ungeeignet.

4. Reizdarm (FODMAPs)

Pumpernickel wird sehr lange und bei niedrigen Temperaturen gebacken. Er enthält viele Ballaststoffe und bestimmte Zuckerstoffe (FODMAPs), die bei Menschen mit einem empfindlichen Reizdarm zu starken Blähungen oder Schmerzen führen können. Dies wird oft fälschlicherweise für eine andere Unverträglichkeit gehalten.


Zusammenfassung und Bewertung

Für die meisten Menschen mit Vorerkrankungen wie Gicht ist Pumpernickel eher unbedenklich, solange er nicht in riesigen Mengen konsumiert wird. Die Vorteile überwiegen oft:

  • Hoher Ballaststoffgehalt: Gut für die Verdauung und den Blutzuckerspiegel.
  • Niedriger glykämischer Index: Hält lange satt und lässt den Insulinspiegel nur langsam ansteigen.

Wichtig: Wenn Sie unter akuter Gicht leiden, ist es ratsam, die tägliche Harnsäuremenge (meist Zielwert unter 300-500 mg pro Tag) im Auge zu behalten. Ein oder zwei Scheiben Pumpernickel passen da meist gut hinein, während man eher bei Fleisch, Meeresfrüchten und Bier sparen sollte.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Ernährungsmedizin.

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