Können chemische Weichmacher aus der PET-Verpackung in das stille Mineralwasser übergehen?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, klassische Weichmacher (wie Phthalate) werden bei der Herstellung von PET-Flaschen normalerweise nicht verwendet.

Dennoch können andere chemische Stoffe aus der Verpackung in das Wasser übergehen. Hier ist die detaillierte Erklärung, was tatsächlich passiert:

1. Warum PET keine klassischen Weichmacher braucht

PET steht für Polyethylenterephthalat. Im Gegensatz zu Kunststoffen wie PVC, die ohne Weichmacher spröde und brüchig wären, ist PET von Natur aus so beschaffen, dass es die nötige Flexibilität und Stabilität für Getränkeflaschen besitzt. Daher besteht für die Hersteller kein Grund, Phthalate (die oft kritisierten Weichmacher) zuzusetzen.

2. Welche Stoffe können stattdessen übergehen?

Auch wenn keine klassischen Weichmacher enthalten sind, können andere Substanzen ins Wasser gelangen:

  • Antimon: Dies ist ein chemisches Element, das als Katalysator bei der PET-Herstellung verwendet wird. Studien zeigen, dass geringe Mengen Antimon in das Wasser übergehen können. Die gemessenen Werte liegen jedoch in der Regel weit unter den gesetzlichen Grenzwerten für Trinkwasser.
  • Acetaldehyd: Dieser Stoff entsteht natürlicherweise bei der Herstellung der PET-Flaschen. Er ist gesundheitlich unbedenklich, kann aber den Geschmack des Wassers verändern (es schmeckt dann leicht süßlich oder „nach Plastik“). Besonders bei stillem Wasser fällt dies auf, da keine Kohlensäure den Eigengeschmack überdeckt.
  • Hormonähnliche Substanzen: In einigen Studien (z. B. der Universität Frankfurt) wurde festgestellt, dass Wasser aus PET-Flaschen eine östrogene (hormonähnliche) Aktivität aufweisen kann. Woher diese genau kommt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft diese Mengen jedoch als so gering ein, dass keine Gesundheitsgefahr für den Menschen besteht.

3. Faktoren, die den Übergang begünstigen

Wie viele Stoffe aus der Flasche ins Wasser wandern, hängt stark von den äußeren Bedingungen ab:

  • Temperatur: Hitze beschleunigt chemische Prozesse. Wenn die Flasche in der Sonne oder im heißen Auto steht, lösen sich deutlich mehr Stoffe.
  • Lagerdauer: Je länger das Wasser in der Flasche bleibt, desto mehr Zeit haben Moleküle, aus dem Kunststoff in die Flüssigkeit zu wandern.
  • Sonneneinstrahlung (UV-Licht): UV-Licht kann die Zersetzung des Kunststoffs an der Oberfläche fördern.

4. Ein Wort zu "Weichmachern" in der öffentlichen Wahrnehmung

Oft werden Substanzen, die im Wasser gefunden werden, fälschlicherweise als "Weichmacher" bezeichnet, auch wenn es sich um Abbauprodukte des Kunststoffs oder Rückstände aus der Produktion handelt. Der Begriff hat sich umgangssprachlich für fast alle unerwünschten Stoffe aus Plastik etabliert.

Fazit & Tipps

Gesundheitlich gilt Mineralwasser aus PET-Flaschen laut den zuständigen Behörden (wie dem BfR) als sicher. Wenn Sie jedoch auf Nummer sicher gehen oder den Plastikgeschmack vermeiden wollen:

  1. Glasflaschen nutzen: Glas ist inert, das heißt, es gibt keine Stoffe an das Wasser ab und nimmt keine Gerüche an.
  2. Kühl und dunkel lagern: Vermeiden Sie es, PET-Flaschen direkter Sonne oder großer Hitze auszusetzen.
  3. Frisches Wasser bevorzugen: Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und trinken Sie das Wasser zeitnah nach dem Kauf.
  4. Nicht wiederverwenden: PET-Einwegflaschen sollten nicht mehrfach mit anderen Getränken aufgefüllt werden, da sie für die Einmalnutzung konzipiert sind und die Materialstruktur mit der Zeit nachlassen kann.
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