Kann man Margarine uneingeschränkt zum Braten bei hohen Temperaturen verwenden oder gibt es hierbei Einschränkungen?
Nein, Margarine kann nicht uneingeschränkt zum Braten bei hohen Temperaturen verwendet werden. Es gibt deutliche Einschränkungen, die sowohl die Sicherheit beim Kochen als auch die Gesundheit und das Ergebnis betreffen.
Hier sind die wichtigsten Gründe und Einschränkungen im Detail:
1. Der Wassergehalt (Spritzgefahr)
Standard-Margarine besteht zu etwa 20 % aus Wasser. Wenn Sie Margarine in einer sehr heißen Pfanne stark erhitzen, verdampft das Wasser schlagartig.
- Folge: Die Margarine spritzt stark, was zu Verbrennungen führen kann.
- Halbfettmargarine: Diese hat einen noch höheren Wassergehalt (bis zu 60 %) und ist zum Braten völlig ungeeignet. Sie würde in der Pfanne eher "kochen" als braten und extrem spritzen.
2. Der Rauchpunkt
Der Rauchpunkt ist die Temperatur, bei der ein Fett anfängt zu rauchen und sich zu zersetzen.
- Normale Margarine hat meist einen Rauchpunkt zwischen 160 °C und 180 °C.
- Beim scharfen Anbraten (z. B. Steaks) werden jedoch Temperaturen von über 200 °C erreicht.
- Folge: Wenn das Fett raucht, entstehen gesundheitsschädliche Stoffe (wie Acrolein). Zudem schmeckt das Bratgut dann bitter.
3. Eiweiß- und Zusatzstoffe
Margarine enthält oft Milchproteine, Molke oder Emulgatoren. Diese Stoffe verbrennen bei hohen Temperaturen sehr schnell und werden schwarz, lange bevor das eigentliche Bratgut fertig ist.
4. Transfettsäuren (Gesundheitsaspekt)
Früher war Margarine berüchtigt für Transfettsäuren, die bei der Härtung von Pflanzenölen entstehen. Moderne Marken-Margarinen enthalten heute zwar kaum noch Transfette, aber durch das Überhitzen von ungesättigten Fettsäuren in der Pfanne können dennoch schädliche Oxidationsprodukte entstehen.
Wann kann man Margarine verwenden?
Margarine eignet sich gut für das schonende Braten bei mittleren Temperaturen, zum Beispiel für:
- Dünsten von Gemüse.
- Zubereitung von Rührei oder Omelett.
- Anschwitzen von Zwiebeln.
- Braten von Fisch bei moderater Hitze.
Was sind die Alternativen für hohe Temperaturen?
Wenn Sie Lebensmittel scharf anbraten möchten, sollten Sie auf Fette mit einem hohen Rauchpunkt (über 200 °C) zurückgreifen:
- Raffiniertes Rapsöl oder Sonnenblumenöl: Sehr hitzestabil und geschmacksneutral.
- Butterschmalz (Ghee): Hat das Aroma von Butter, verträgt aber Temperaturen bis zu 205 °C, da Wasser und Eiweiß entfernt wurden.
- Kokosfett: Sehr stabil bei hohen Temperaturen.
- Spezielle "Brat-Margarine": Es gibt im Handel flüssige Pflanzenfette oder spezielle Margarinen zum Braten, die einen geringeren Wassergehalt haben und hitzebeständiger sind.
Fazit: Für das tägliche Kochen bei mittlerer Hitze ist Margarine okay, aber für das scharfe Anbraten bei hohen Temperaturen ist sie ungeeignet. Achten Sie darauf, niemals Halbfettmargarine in die heiße Pfanne zu geben.