Kann man herkömmliche Dispersionsfarbe mit Abtönfarben individuell mischen?

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Ja, das ist problemlos möglich. Herkömmliche Dispersionsfarbe (Wand- und Deckenfarbe auf Wasserbasis) ist genau dafür ausgelegt, mit Abtönfarben (auch Voll- und Abtönfarben genannt) individuell gemischt zu werden.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest, um ein optimales Ergebnis zu erzielen:

1. Die richtige Farbe wählen

  • Basis: Die weiße Dispersionsfarbe dient als Basis. Je hochwertiger die weiße Farbe (hohe Deckkraft), desto besser ist das Endergebnis.
  • Abtönfarbe: Achte darauf, dass die Abtönfarbe für Dispersionsfarben geeignet ist (das steht fast immer auf der Flasche). Die meisten handelsüblichen Abtönfarben sind universell einsetzbar.

2. Sättigungsgrenze beachten

Man kann Dispersionsfarbe nicht beliebig dunkel mischen.

  • Wenn du zu viel Abtönfarbe (mehr als ca. 10–15 %) hinzufügst, verändern sich die Bindemitteleigenschaften der weißen Farbe. Sie kann dann kreiden, schlechter haften oder ihre Deckkraft verlieren.
  • Wichtig: Wenn du ein sehr kräftiges, dunkles Ergebnis möchtest (z. B. Tiefschwarz, Dunkelblau oder sattes Weinrot), solltest du im Baumarkt eine transparente Basis mischen lassen. Mit weißer Farbe als Basis lassen sich meist nur Pastelltöne oder mittlere Farbnuancen gut erzielen.

3. Tipps für das Mischen

  • Farbe wird heller: Die feuchte Mischung im Eimer sieht immer etwas dunkler und kräftiger aus als die getrocknete Farbe an der Wand. Mach unbedingt einen Strichtest auf einem Stück Papier oder direkt an der Wand und lass ihn kurz trocknen (Föhn hilft).
  • Rühren, rühren, rühren: Benutze am besten einen Rühraufsatz für die Bohrmaschine. Manuelles Rühren mit einem Stock reicht oft nicht aus, um die Pigmente gleichmäßig zu verteilen, was zu unschönen Streifen beim Streichen führen kann („Pigmentnester“).
  • Menge kalkulieren: Es ist fast unmöglich, exakt denselben Farbton ein zweites Mal von Hand anzumischen. Misch also lieber etwas mehr an, als du benötigst, damit dir mitten in der Arbeit nicht die Farbe ausgeht.

4. Wann es nicht funktioniert

  • Silikatfarben: Wenn du eine reine Silikatfarbe (Mineralfarbe) hast, darfst du diese nicht mit normaler Abtönfarbe mischen. Hierfür benötigst du spezielle Silikat-Abtönfarben, da die herkömmliche Farbe die chemische Reaktion der Silikatfarbe stören würde.
  • Latexfarben: Diese lassen sich zwar mischen, aber die speziellen Eigenschaften (Glanzgrad, Scheuerbeständigkeit) können durch zu viel Abtönfarbe beeinträchtigt werden.

Zusammenfassung

Für den „Hausgebrauch“ und individuelle Farbwünsche ist das Mischen von Dispersionsfarbe mit Abtönfarbe der Standardweg. Wenn du jedoch einen sehr speziellen Ton suchst, den du eventuell in ein paar Jahren nachkaufen willst, ist der Farbmischservice im Baumarkt die bessere Wahl, da dort über einen Code die exakte Rezeptur jederzeit reproduzierbar ist.