Kann man eine Grundierung weglassen, wenn man eine moderne "2-in-1"-Dispersionsfarbe verwendet?

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Die kurze Antwort lautet: Es kommt auf den Untergrund an.

Obwohl moderne "2-in-1"-Farben (oft als Farbe mit integrierter Grundierung beworben) sehr leistungsfähig sind, können sie eine separate Grundierung nicht in jedem Fall ersetzen.

Hier ist eine Entscheidungshilfe, wann Sie die Grundierung weglassen können und wann es riskant ist:

1. Wann Sie die Grundierung WEGLASSEN können:

Sie können direkt mit der 2-in-1-Farbe loslegen, wenn der Untergrund:

  • Bereits gestrichen ist: Die alte Dispersionsfarbe ist noch fest, kreidet nicht ab und ist tragfähig.
  • Gleichmäßig saugend ist: Keine großen Unterschiede in der Saugfähigkeit der Fläche.
  • Sauber und trocken ist: Staubfrei, fettfrei und stabil.
  • Ein ähnlicher Farbton vorliegt: Wenn Sie weiß auf ein helles Grau streichen, reicht die 2-in-1-Farbe meist aus.

2. Wann Sie TROTZDEM grundieren sollten:

In folgenden Fällen spart das Weglassen der Grundierung Zeit, führt aber oft zu einem schlechteren Ergebnis (Flecken, Abblättern, hoher Farbverbrauch):

  • Stark saugende Untergründe: Neuer Putz, frische Gipskartonplatten (Rigips) oder ungestrichener Beton saugen die Feuchtigkeit aus der Farbe wie ein Schwamm auf. Die Farbe trocknet zu schnell ("verbrennt"), haftet nicht richtig und wird fleckig.
  • Sandende oder kreidende Wände: Wenn Sie mit der Hand über die Wand fahren und diese weißlich staubt, braucht sie einen Tiefgrund. Eine 2-in-1-Farbe kann diese losen Partikel nicht binden; sie würde einfach mitsamt der obersten Schicht wieder abblättern.
  • Ungleichmäßige Saugfähigkeit: Wenn Stellen verspachtelt wurden (z.B. Dübellöcher), saugt der Spachtel anders als der Rest der Wand. Ohne Grundierung sieht man diese Stellen nach dem Trocknen als matte oder glänzende Flecken.
  • Nikotin-, Wasser- oder Rußflecken: Hier hilft eine normale 2-in-1-Farbe gar nicht. Diese Flecken schlagen immer wieder durch. Hier ist eine spezielle Absperrgrundierung nötig.

Was bedeutet "2-in-1" eigentlich?

Meistens bedeutet es, dass die Farbe eine höhere Pigmentierung (bessere Deckkraft) und eine verbesserte Haftung hat. Sie fungiert also eher als "Haftgrund". Sie ersetzt jedoch meist keinen "Tiefgrund", der tief in die Wand eindringen muss, um den Untergrund zu verfestigen.

Der Schnelltest für Ihre Wand:

Um sicherzugehen, machen Sie den Wisch- und Saugtest:

  1. Wischtest: Mit der Hand fest über die Wand streichen. Staubt es? -> Grundieren (Tiefgrund).
  2. Saugtest: Spritzen Sie etwas Wasser an die Wand. Perlt es ab? (Alles ok). Bleibt es kurz stehen und zieht langsam ein? (Ok für 2-in-1). Wird das Wasser sofort aufgesaugt und der Fleck dunkel? -> Grundieren.

Fazit: Wenn Sie auf frischem Putz oder Gipskarton arbeiten, sparen Sie nicht an der Grundierung (Tiefgrund kostet zudem viel weniger als die hochwertige Farbe). Wenn Sie nur eine bereits gestrichene Wand in einer neuen Farbe auffrischen wollen, ist die 2-in-1-Farbe ideal und eine extra Grundierung meist überflüssig.