Ist jedes stille Mineralwasser uneingeschränkt für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet?

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Die kurze Antwort lautet: Nein. Nicht jedes stille Mineralwasser ist für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet.

Säuglinge haben noch sehr empfindliche Nieren, die mit einer zu hohen Konzentration an bestimmten Mineralstoffen und anderen Inhaltsstoffen überfordert wären. Deshalb gibt es in Deutschland strenge gesetzliche Grenzwerte (festgelegt in der Mineral- und Tafelwasserverordnung), die ein Wasser erfüllen muss, um den Hinweis „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ tragen zu dürfen.

Hier sind die wichtigsten Gründe und worauf Sie achten müssen:

1. Die Grenzwerte

Damit ein Wasser für Babys zugelassen wird, darf es folgende Höchstwerte nicht überschreiten:

  • Natrium: maximal 20 mg/l (zu viel belastet die Nieren).
  • Nitrat: maximal 10 mg/l (kann im Körper zu Nitrit werden, was den Sauerstofftransport im Blut behindert).
  • Nitrit: maximal 0,02 mg/l.
  • Sulfat: maximal 240 mg/l (kann abführend wirken).
  • Fluorid: maximal 0,7 mg/l.
  • Mangan: maximal 0,05 mg/l.
  • Arsen: maximal 0,005 mg/l.
  • Uran: maximal 0,002 mg/l.

2. Achten Sie auf das Etikett

Verwenden Sie nur Wasser, auf dem ausdrücklich steht: „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Fehlt dieser Hinweis, können die Mineralstoffgehalte (insbesondere Natrium oder Nitrat) deutlich über den für Babys sicheren Werten liegen, selbst wenn das Wasser für Erwachsene als „gesund“ gilt.

3. Was ist mit Leitungswasser?

In Deutschland ist Leitungswasser in der Regel hervorragend zur Zubereitung von Fläschchen geeignet und oft sogar strenger kontrolliert als Flaschenwasser. Es gibt jedoch zwei wichtige Ausnahmen:

  • Bleileitungen: In sehr alten Häusern (meist vor 1973 gebaut) können noch Bleirohre verlegt sein. In diesem Fall ist Leitungswasser absolut tabu.
  • Neue Kupferleitungen: Wenn die Rohre ganz neu sind, kann sich Kupfer im Wasser lösen.
  • Ablauf: Lassen Sie das Wasser immer so lange laufen, bis es kühl aus der Leitung kommt (Stagnationswasser vermeiden), bevor Sie es in den Kocher füllen.

4. Wichtige Tipps zur Zubereitung:

  • Abkochen: In den ersten Monaten wird empfohlen, auch stilles Mineralwasser oder Leitungswasser einmal sprudelnd aufzukochen, um eventuelle Keime (z.B. aus der Flaschenöffnung oder dem Wasserhahn) abzutöten.
  • Kein abgestandenes Wasser: Einmal geöffnete Mineralwasserflaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Danach sollte das Wasser nur noch abgekocht verwendet werden.

Fazit: Prüfen Sie immer das Etikett auf den speziellen Hinweis für Säuglingsnahrung. Wenn Sie unsicher bezüglich Ihrer Leitungswasserqualität sind, können Sie beim örtlichen Wasserwerk nachfragen oder eine Wasseranalyse für Privathaushalte durchführen lassen.

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