Gehen durch das Erhitzen wichtige Vitamine in der H-Milch verloren?

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Ja, durch das Erhitzen bei der Herstellung von H-Milch (Ultrahocherhitzung) gehen einige Vitamine verloren, aber der Verlust ist geringer, als viele vermuten.

Hier sind die Details dazu, was genau passiert:

1. Das Verfahren (Ultrahocherhitzung)

H-Milch wird für wenige Sekunden auf 135 bis 150 Grad erhitzt und sofort wieder abgekühlt. Dieses kurze, aber intensive Erhitzen tötet Keime ab, schont aber die Inhaltsstoffe besser als langes Kochen.

2. Welche Vitamine sind betroffen?

  • Hitzeunempfindliche Vitamine: Die Vitamine A, D, E und K (fettlösliche Vitamine) sowie das Vitamin B2 sind sehr stabil. Ihr Gehalt bleibt in der H-Milch fast vollständig erhalten.
  • Hitzeempfindliche Vitamine: Hierzu gehören vor allem die B-Vitamine (B1, B6, B12) und Folsäure. Bei der Ultrahocherhitzung gehen etwa 10 % bis 20 % dieser Vitamine verloren.
  • Vitamin C: Milch enthält von Natur aus nur sehr wenig Vitamin C. Auch wenn hier Verluste auftreten, spielt Milch für die Vitamin-C-Versorgung des Menschen ohnehin keine Rolle.

3. Vergleich: H-Milch vs. Frischmilch

Im Vergleich zur klassischen pasteurisierten Frischmilch (die im Kühlregal steht) schneidet die H-Milch nur geringfügig schlechter ab:

  • Frischmilch (pasteurisiert): Vitaminverlust ca. 5–10 %.
  • H-Milch: Vitaminverlust ca. 10–20 %.

Der Unterschied ist für eine ausgewogene Ernährung in der Regel vernachlässigbar.

4. Ein wichtigerer Faktor: Die Lagerung

Oft wird vergessen, dass nicht nur das Erhitzen, sondern auch die Lagerung Vitamine kostet. Da H-Milch oft monatelang gelagert wird, nimmt der Vitamingehalt (besonders B-Vitamine) mit der Zeit langsam ab – selbst wenn die Packung ungeöffnet ist. Licht ist ebenfalls ein Feind der Vitamine, weshalb die lichtundurchlässigen Kartons der H-Milch ein Vorteil sind.

5. Was bleibt erhalten?

Die wichtigsten Nährstoffe der Milch sind ohnehin nicht die Vitamine, sondern:

  • Calcium: Mineralstoffe wie Calcium sind hitzestabil und bleiben in vollem Umfang erhalten.
  • Eiweiß: Das Milcheiweiß wird durch das Erhitzen leicht verändert (denaturiert), was es für manche Menschen sogar leichter verdaulich macht.

Fazit

Ja, es gehen Vitamine verloren (ca. 10–20 % der empfindlichen B-Vitamine), aber die H-Milch ist dennoch ein nährstoffreiches Lebensmittel. Wer seinen Vitaminbedarf decken will, tut dies ohnehin primär über Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Für die Versorgung mit Calcium und hochwertigem Protein ist H-Milch fast genauso gut geeignet wie Frischmilch.