Bis zu welcher maximalen Abwassertemperatur sind HT-Rohre formstabil?

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HT-Rohre (Hochtemperaturrohre), die meist aus Polypropylen (PP) bestehen, sind speziell für die Ableitung von heißem Abwasser innerhalb von Gebäuden konzipiert.

Hier sind die Grenzwerte für die Formstabilität:

  1. Kurzzeitige Belastung: Bis zu 95 °C. Das bedeutet, dass kochendes Wasser (z. B. beim Abgießen von Nudeln) problemlos eingeleitet werden kann, da die Temperatur im Rohr durch die Vermischung und den schnellen Abfluss rasch wieder sinkt.
  2. Dauerhafte Belastung: Bis zu 60 °C (einige Hersteller geben auch bis zu 70 °C oder 80 °C an, aber die DIN-Normen beziehen sich im Regelfall auf 60 °C für den Dauerbetrieb).

Warum ist das wichtig?

  • Materialvorteil: Im Gegensatz zu den orangefarbenen KG-Rohren (aus PVC), die im Außenbereich verwendet werden und sich bereits bei ca. 45–50 °C verformen können, bleibt das graue HT-Rohr bei den üblichen Haushaltstemperaturen formstabil.
  • Chemische Beständigkeit: Neben der Temperaturresistenz sind HT-Rohre auch gegen haushaltsübliche Laugen und Säuren beständig.

Wichtiger Hinweis für die Praxis: Wenn Sie gewerbliche Spülmaschinen oder industrielle Prozesse haben, bei denen über lange Zeiträume Wasser mit mehr als 60–70 °C abfließt, sollten spezielle Rohrleitungssysteme (z. B. aus SML-Guss oder speziellen hochtemperaturbeständigen Kunststoffen) in Betracht gezogen werden, da PP bei dauerhafter extremer Hitze weich werden und sich verformen kann (Siphon-Effekt, Durchhängen der Leitung).

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