Bis zu welcher maximalen Abwassertemperatur sind HT-Rohre formstabil?
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HT-Rohre (Hochtemperaturrohre), die meist aus Polypropylen (PP) bestehen, sind speziell für die Ableitung von heißem Abwasser innerhalb von Gebäuden konzipiert.
Hier sind die Grenzwerte für die Formstabilität:
- Kurzzeitige Belastung: Bis zu 95 °C. Das bedeutet, dass kochendes Wasser (z. B. beim Abgießen von Nudeln) problemlos eingeleitet werden kann, da die Temperatur im Rohr durch die Vermischung und den schnellen Abfluss rasch wieder sinkt.
- Dauerhafte Belastung: Bis zu 60 °C (einige Hersteller geben auch bis zu 70 °C oder 80 °C an, aber die DIN-Normen beziehen sich im Regelfall auf 60 °C für den Dauerbetrieb).
Warum ist das wichtig?
- Materialvorteil: Im Gegensatz zu den orangefarbenen KG-Rohren (aus PVC), die im Außenbereich verwendet werden und sich bereits bei ca. 45–50 °C verformen können, bleibt das graue HT-Rohr bei den üblichen Haushaltstemperaturen formstabil.
- Chemische Beständigkeit: Neben der Temperaturresistenz sind HT-Rohre auch gegen haushaltsübliche Laugen und Säuren beständig.
Wichtiger Hinweis für die Praxis: Wenn Sie gewerbliche Spülmaschinen oder industrielle Prozesse haben, bei denen über lange Zeiträume Wasser mit mehr als 60–70 °C abfließt, sollten spezielle Rohrleitungssysteme (z. B. aus SML-Guss oder speziellen hochtemperaturbeständigen Kunststoffen) in Betracht gezogen werden, da PP bei dauerhafter extremer Hitze weich werden und sich verformen kann (Siphon-Effekt, Durchhängen der Leitung).