Warum verursachen Standard-HT-Rohre eine höhere Lärmbelastung als schallgedämmte Abflussrohre?

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Dass Standard-HT-Rohre (Hochtemperaturrohre, meist grau) deutlich lautere Fließgeräusche verursachen als spezielle Schallschutzrohre (oft weiß, blau oder grün), liegt an physikalischen und materialbedingten Unterschieden.

Hier sind die Hauptgründe für die höhere Lärmbelastung bei Standard-HT-Rohren:

1. Geringe Masse (Das Gesetz der Masse)

In der Akustik gilt: Je schwerer ein Gegenstand ist, desto schwieriger ist er in Schwingung zu versetzen.

  • HT-Rohre: Sie bestehen aus Polypropylen (PP) und sind sehr dünnwandig und leicht. Das fließende Wasser (insbesondere bei Fallleitungen oder Umlenkungen) bringt die Rohrwandung leicht zum Schwingen. Das Rohr wirkt wie ein Resonanzkörper (ähnlich wie eine Trommel).
  • Schallschutzrohre: Diese bestehen meist aus mineralverstärktem Kunststoff (z. B. PP mit Zusätzen wie Bariumsulfat). Dadurch haben sie eine deutlich höhere Dichte und ein höheres Eigengewicht. Die schwere Wandung "schluckt" die Energie des aufprallenden Wassers, anstatt sie als Schall abzugeben.

2. Geringere Wandstärke

Standard-HT-Rohre sind darauf optimiert, leicht und kostengünstig zu sein. Ihre Wandstärke ist im Vergleich zu Schallschutzrohren geringer. Eine dünne Wand lässt Luftschall (das Rauschen des Wassers im Rohr) leichter nach außen dringen. Schallschutzrohre sind meist merklich dickwandiger konstruiert.

3. Materialdämpfung (Innere Dämpfung)

Schallschutzrohre bestehen oft aus einem Mehrschicht-Verbundsystem:

  • Die innere Schicht ist glatt (gegen Ablagerungen).
  • Die mittlere Schicht ist die schallschluckende Schicht mit mineralischen Füllstoffen.
  • Die äußere Schicht ist robust. Dieser Aufbau sorgt für eine hohe innere Dämpfung. Die mechanische Energie der Turbulenzen wird im Material in Wärme umgewandelt, anstatt als Schallwellen in den Raum abgestrahlt zu werden. Standard-HT-Rohre besitzen diese dämpfenden Füllstoffe nicht.

4. Übertragung von Körperschall

Ein großer Teil der Lärmbelastung entsteht nicht nur durch das Rohr selbst, sondern dadurch, dass das schwingende Rohr die Vibrationen auf die Hauswand überträgt (Körperschall).

  • Bei HT-Rohren werden oft einfache Kunststoff- oder Metallschellen verwendet. Die starken Vibrationen des leichten Rohres wandern direkt in die Bausubstanz.
  • Schallschutzsysteme werden meist mit speziellen Schallschutzschellen (mit Gummieinlage) montiert, die das Rohr akustisch von der Wand entkoppeln.

5. Strömungsgeräusche an Formstücken

In HT-Systemen sind Abzweige und Bögen oft so geformt, dass das Wasser hart auf die Wandung prallt. Schallschutzsysteme haben oft hydraulisch optimierte Radien, die das Wasser sanfter leiten und so die Entstehung von Turbulenzen und Prallgeräuschen von vornherein reduzieren.

Zusammenfassung

Standard-HT-Rohre sind laut, weil sie leicht und dünnwandig sind. Sie geraten durch das Abwasser in Schwingung und strahlen diese Schwingungen sowohl an die Luft als auch (über die Halterungen) an die Wände ab. Schallschutzrohre verhindern dies durch hohes Eigengewicht (Dichte), dicke Wände und spezielle Materialmischungen, die Vibrationen absorbieren.

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