Bei welchen Atemwegserkrankungen wird ein Inhaliergerät eingesetzt?
Inhaliergeräte werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege eingesetzt. Man unterscheidet dabei meist zwischen der Inhalation von Medikamenten (z. B. bei Asthma) und der Inhalation von Kochsalzlösungen zur Befeuchtung und Reinigung (z. B. bei Erkältungen).
Hier sind die wichtigsten Anwendungsgebiete:
1. Chronische Erkrankungen der Atemwege
Dies ist das häufigste Einsatzgebiet für Inhalationsgeräte (insbesondere Vernebler, Dosieraerosole oder Pulverinhalatoren):
- Asthma bronchiale: Zur Erweiterung der Bronchien im Notfall oder zur täglichen Entzündungshemmung.
- COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Um die Atemwege offen zu halten und Schleim zu lösen.
- Chronische Bronchitis: Zur Linderung des Hustenreizes und zur Schleimlösung.
- Mukoviszidose (Zystische Fibrose): Hier ist regelmäßiges Inhalieren lebensnotwendig, um den extrem zähen Schleim zu verflüssigen und Medikamente (wie Antibiotika) direkt in die Lunge zu bringen.
2. Akute Infektionen und Beschwerden
Bei vorübergehenden Erkrankungen helfen Inhaliergeräte, die Symptome zu lindern und die Heilung zu beschleunigen:
- Erkältungen und grippale Infekte: Zur Befeuchtung der Schleimhäute.
- Akute Bronchitis: Hilft beim Abhusten des Schleims.
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Spezielle Inhalatoren können den feinen Nebel bis in die Nebenhöhlen transportieren.
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Zur Beruhigung der gereizten Stimmlippen.
- Pseudokrupp: Bei Kindern wird oft kalter Nebel (oder Medikamente) zur Abschwellung der Schleimhaut eingesetzt.
3. Allergien
- Heuschnupfen (Allergische Rhinitis): Inhalation mit Kochsalzlösung reinigt die Nasenschleimhaut von Pollen.
- Allergisches Asthma: Wie beim herkömmlichen Asthma werden hier antiallergische oder bronchienweiternde Mittel inhaliert.
4. Weitere Einsatzbereiche
- Lungenentzündung (Pneumonie): Unterstützend, um die Belüftung der Lunge zu verbessern und Medikamente zu verabreichen.
- Stimmbelastung: Sänger oder Menschen, die viel sprechen müssen, nutzen Inhalatoren zur Pflege der Stimmbänder.
- Trockene Schleimhäute: Durch Heizungsluft oder Klimaanlagen verursachte Trockenheit kann durch Inhalation von Kochsalzlösung gelindert werden.
Welche Gerätetypen gibt es?
Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Geräte zum Einsatz:
- Elektrische Vernebler (Düsen-, Ultraschall- oder Schwingmembran-Vernebler): Erzeugen einen feinen Nebel. Ideal für Kinder, Schwerkranke oder zur Inhalation von Kochsalzlösungen.
- Dosieraerosole („Asthmaspray“): Geben das Medikament mit einem kurzen Sprühstoß ab. Erfordern eine gute Koordination von Einatmung und Auslösung.
- Pulverinhalatoren: Das Medikament wird durch die Kraft des eigenen Einatmens tief in die Lunge gezogen.
- Dampfinhalatoren: Die klassische Methode mit heißem Wasserdampf (wirkt primär in den oberen Atemwegen, erreicht aber nicht die tiefen Bronchien).
Wichtiger Hinweis: Bei Atembeschwerden sollte immer zuerst ein Arzt (Hausarzt oder Pulmologe) aufgesucht werden, um die richtige Diagnose und die passende Therapie (inklusive der richtigen Inhalationstechnik) festzulegen.