Dürfen ätherische Öle in jedem handelsüblichen Inhaliergerät verwendet werden?
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Die kurze Antwort lautet: Nein, auf keinen Fall.
Ätherische Öle dürfen nicht in jedem Inhaliergerät verwendet werden. Es kommt entscheidend auf die Bauweise des Geräts und die Art der Inhalation an. Die falsche Verwendung kann sowohl das Gerät zerstören als auch Ihre Gesundheit gefährden.
Hier sind die Details:
1. Warum die Art des Geräts entscheidend ist
Man unterscheidet hauptsächlich zwei Arten von Geräten:
- Dampfinhalatoren (Heißwasser-Inhalatoren): Diese funktionieren wie die klassische Methode mit der Schüssel und dem Handtuch. Hier wird Wasser erhitzt, und man atmet den warmen Dampf ein. In diese Geräte dürfen ätherische Öle meistens gegeben werden, da die Öle mit dem Dampf nach oben steigen.
- Elektrische Vernebler (Düsen-, Ultraschall- oder Schwingmembran-Vernebler): Diese Geräte erzeugen einen extrem feinen Nebel (Aerosol). Hier sind ätherische Öle fast immer verboten.
- Technisches Risiko: Die Öle sind chemisch aggressiv und können den Kunststoff des Geräts angreifen, spröde machen oder die feinen Düsen/Membranen verstopfen. Das Gerät geht dadurch kaputt.
- Gesundheitliches Risiko: Vernebler erzeugen so kleine Tröpfchen, dass diese lungengängig sind. Das heißt, sie gelangen tief in die unteren Atemwege (Bronchiolen und Alveolen). Ätherische Öle sind dort oft viel zu reizend und können schwere Entzündungen oder einen sogenannten Bronchospasmus (Verkrampfung der Atemwege) auslösen.
2. Die gesundheitlichen Gefahren
Ätherische Öle in ungeeigneten Geräten (Verneblern) zu verwenden, birgt Risiken:
- Reizungen: Die Schleimhäute können stark gereizt werden.
- Allergische Reaktionen: Ein direkter Kontakt mit den tiefen Lungenschichten kann allergische Schocks auslösen.
- Lipoidpneumonie: Wenn winzige Öltröpfchen in die Lunge gelangen, können sie dort nicht abgebaut werden und zu einer gefährlichen Form der Lungenentzündung führen.
- Gefahr für Kinder: Bei Säuglingen und Kleinkindern können bestimmte Öle (wie Menthol oder Eukalyptus) schon in geringen Mengen einen lebensgefährlichen Stimmritzenkrampf (Kratschmer-Reflex) mit Atemstillstand auslösen.
3. Was Sie beachten sollten
- Bedienungsanleitung lesen: Schauen Sie unbedingt nach, ob der Hersteller ätherische Öle ausdrücklich erlaubt. Die meisten modernen Ultraschall- oder Düsenvernebler (z. B. von Pari, Beurer, Omron) sind nur für Kochsalzlösungen oder spezielle Medikamente zugelassen.
- Kochsalzlösung als Alternative: In elektrischen Verneblern ist eine isotonische Kochsalzlösung (0,9 %) die sicherste und effektivste Wahl, um die Atemwege zu befeuchten.
- Qualität der Öle: Wenn Sie einen Dampfinhalator nutzen, achten Sie auf 100 % naturreine ätherische Öle in Arzneibuchqualität aus der Apotheke.
- Vorsicht bei Vorerkrankungen: Asthmatiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen sollten bei ätherischen Ölen generell sehr vorsichtig sein, da diese einen Anfall provozieren können.
Zusammenfassend: Verwenden Sie ätherische Öle nur in Geräten, die explizit dafür vorgesehen sind (meist einfache Dampfinhalatoren). In elektrischen Verneblern haben sie nichts zu suchen, außer das Gerät verfügt über ein spezielles, dafür vorgesehenes Fach oder einen entsprechenden Aufsatz.