Welche unterschiedlichen Typen von Inhaliergeräten gibt es?
Es gibt verschiedene Typen von Inhaliergeräten, die je nach Erkrankung (z. B. Erkältung, Asthma, COPD) und dem Zielort der Wirkstoffe (obere oder untere Atemwege) eingesetzt werden.
Man kann sie grob in drei Hauptgruppen unterteilen: Vernebler, Dosieraerosole und Pulverinhalatoren. Hinzu kommt die klassische Dampfinhalation.
Hier ist eine Übersicht:
1. Vernebler (Elektrische Inhalationsgeräte)
Diese Geräte wandeln flüssige Medikamente oder Kochsalzlösungen in einen feinen Nebel (Aerosol) um. Sie werden oft bei akuten Infekten, Bronchitis oder chronischen Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose eingesetzt.
- Düsenvernebler (Kompressor-Technik): Ein Kompressor erzeugt Druckluft, die die Flüssigkeit in winzige Tröpfchen zerreißt. Sie sind robust, aber oft laut.
- Ultraschallvernebler: Ultraschallwellen bringen die Flüssigkeit zum Schwingen und vernebeln sie. Sie sind leiser, können aber manche Medikamente durch Erwärmung verändern.
- Schwingmembran-Vernebler (Mesh): Eine dünne Membran schwingt sehr schnell und drückt die Flüssigkeit durch mikroskopisch kleine Löcher. Diese Geräte sind sehr leise, klein und oft batteriebetrieben (ideal für unterwegs).
2. Dosieraerosole (Sprays)
Das ist der klassische „Asthma-Spray“. Das Medikament ist in einem Druckbehälter gelöst.
- Funktionsweise: Beim Auslösen wird eine genau definierte Menge des Wirkstoffs zusammen mit einem Treibgas freigesetzt.
- Herausforderung: Man muss das Auslösen des Sprays und das tiefe Einatmen perfekt koordinieren.
- Zubehör (Spacer): Für Kinder oder ältere Menschen nutzt man oft eine Inhalierhilfe (Vorschaltkammer/Spacer). Das Spray wird in die Kammer gesprüht und dann in Ruhe abgeatmet, was die Koordination erleichtert und Nebenwirkungen im Mundraum reduziert.
3. Pulverinhalatoren (DPI)
Hier liegt das Medikament in trockener Pulverform vor.
- Funktionsweise: Es gibt kein Treibgas. Der Patient muss kräftig und tief einatmen, um das Pulver durch den eigenen Luftstrom aus dem Gerät zu ziehen.
- Vorteil: Keine Koordinationsprobleme wie beim Spray.
- Nachteil: Wer sehr kurzatmig ist oder bei einem schweren Asthmaanfall nicht genug Kraft zum Einatmen hat, kann das Pulver eventuell nicht tief genug in die Lunge befördern.
4. Dampfinhalatoren (Klassische Inhalation)
Dies ist die einfachste Form, die meist bei Erkältungen der oberen Atemwege (Schnupfen, Nebenhöhlen) angewendet wird.
- Klassisch: Schüssel mit heißem Wasser und Handtuch über dem Kopf.
- Modern: Plastikgehäuse mit Nasen-/Mundmaske.
- Wichtig zu wissen: Der Wasserdampf ist zu grobtröpfig, um in die Bronchien zu gelangen. Er befeuchtet lediglich die Nase und den Rachen. Medikamente wie Kortison oder Asthmamittel können so nicht inhaliert werden.
Welches Gerät für wen?
| Typ | Geeignet für... | Besonderheit |
|---|---|---|
| Vernebler | Babys, Kleinkinder, Schwerkranke | Langsame Inhalation über Maske, keine Mitarbeit nötig. |
| Dosieraerosol | Asthmatiker, COPD-Patienten | Schnell einsatzbereit, braucht Koordination (oder Spacer). |
| Pulverinhalator | Jugendliche und Erwachsene | Kompakt, braucht aber einen starken Einatemzug. |
| Dampf | Erkältung, verstopfte Nase | Nur für die oberen Atemwege. |
Wichtiger Hinweis: Die Wahl des richtigen Geräts sollte immer mit einem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden, da die korrekte Inhalationstechnik entscheidend für den Therapieerfolg ist.