Aus welchen Rohstoffen wird herkömmliches Küchenpapier hergestellt?
Herkömmliches Küchenpapier wird primär aus pflanzlichen Fasern (Zellulose) hergestellt. Je nach Qualität und Marke kommen dabei zwei verschiedene Rohstoffquellen zum Einsatz:
1. Frischzellstoff (Primärfasern)
Der Großteil des im Handel erhältlichen, besonders weißen und saugfähigen Küchenpapiers besteht aus frischem Zellstoff.
- Rohstoff: Holz (meist aus Durchforstungsholz oder Abfällen der Sägeindustrie).
- Baumarten: Es wird eine Mischung aus Nadelholz (z. B. Fichte, Kiefer) für die Reißfestigkeit und Laubholz (z. B. Birke, Eukalyptus) für die Weichheit und Saugfähigkeit verwendet.
- Verarbeitung: Das Holz wird chemisch aufgeschlossen, um das Lignin (den „Kleber“ im Holz) zu entfernen, sodass nur die weißen Zellulosefasern übrig bleiben.
2. Altpapier (Sekundärfasern)
Umweltfreundlichere Varianten (oft erkennbar am Siegel „Der Blaue Engel“) bestehen zu 100 % aus recyceltem Papier.
- Rohstoff: Gesammeltes Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften, Büropapier).
- Verarbeitung: Das Papier wird in Wasser aufgelöst, von Fremdstoffen (Heftklammern, Plastik) gereinigt und die Druckerschwärze wird in einem „De-Inking“-Verfahren entfernt.
Zusätzliche Inhaltsstoffe und Hilfsmittel
Neben den Fasern werden bei der Herstellung weitere Stoffe zugesetzt, um die typischen Eigenschaften von Küchenrollen zu erzielen:
- Nassfestmittel: Dies ist der wichtigste Unterschied zu Toilettenpapier. Damit die Küchenrolle nicht sofort reißt, wenn sie nass wird, werden spezielle Kunstharze (Epichlorhydrinharze) zugesetzt. Diese sorgen dafür, dass die Fasern auch im nassen Zustand zusammenhalten.
- Bleichmittel: Um Frischzellstoff weiß zu bekommen, wird er gebleicht. Heute geschieht dies meist mit Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid (chlorfrei gebleicht, Label „ECF“ oder „TCF“).
- Farbstoffe: Falls das Papier bedruckt ist (Blümchenmuster etc.), werden wasserlösliche Druckfarben verwendet.
- Wasser: Für den Herstellungsprozess sind enorme Mengen an Wasser nötig, die jedoch in modernen Fabriken meist im Kreislauf geführt werden.
Wichtiger Entsorgungshinweis
Aufgrund der Nassfestmittel löst sich Küchenpapier im Wasser kaum auf. Deshalb darf es niemals in der Toilette entsorgt werden, da es die Abwasserrohre und Pumpstationen verstopfen kann. Benutztes Küchenpapier gehört – je nach Verschmutzung – in den Restmüll oder (bei rein organischen Resten) in den Biomüll.