Aus welchen Rohstoffen werden ökologische Grillbriketts alternativ hergestellt?
Ökologische Grillbriketts gewinnen an Beliebtheit, da sie eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Holzkohle (die oft aus Tropenholz oder durch Kahlschlag gewonnen wird) darstellen. Sie werden meist aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten oder schnell nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.
Hier sind die gängigsten Rohstoffe für ökologische Grillbriketts:
1. Kokosnussschalen
Dies ist eine der bekanntesten Alternativen. Die Schalen fallen als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Kokosfleisch und -milch an.
- Vorteile: Sie brennen sehr heiß und deutlich länger als herkömmliche Holzkohle (bis zu 3–4 Stunden). Zudem ist der Aschegehalt sehr gering.
- Nachhaltigkeit: Es müssen keine Bäume gefällt werden; es wird ein ohnehin vorhandenes Abfallprodukt genutzt.
2. Olivenkerne
Bei der Olivenölproduktion bleiben große Mengen an Olivenkernen und Trester (Fruchtfleischreste) übrig. Diese werden getrocknet, verkohlt und zu Briketts gepresst.
- Vorteile: Sie sind fast geruchlos, brennen gleichmäßig und entwickeln wenig Funkenflug.
- Nachhaltigkeit: Ein klassisches Upcycling-Produkt aus dem Mittelmeerraum, was oft kürzere Transportwege als Kokos aus Asien bedeutet.
3. Maisspindeln
Das sind die inneren Kolben des Mais, die nach dem Entfernen der Maiskörner übrig bleiben.
- Vorteile: Sie lassen sich sehr leicht entzünden und sind oft schon nach 10–15 Minuten einsatzbereit.
- Nachhaltigkeit: Sie stammen meist aus regionalem Anbau (z. B. Europa) und nutzen einen Reststoff der Lebensmittelindustrie.
4. Bambus
Bambus ist kein Baum, sondern ein extrem schnell wachsendes Gras. Es gibt spezielle Bambus-Grillkohle.
- Vorteile: Bambus hat eine sehr hohe Dichte, was zu einer hohen Hitzeentwicklung und langen Brenndauer führt.
- Nachhaltigkeit: Bambus wächst viel schneller nach als herkömmliche Harthölzer.
5. Kaffeesatz
Ein relativ neues Verfahren ermöglicht es, gebrauchten Kaffeesatz aus der Gastronomie zu Grillbriketts zu verarbeiten.
- Vorteile: Hoher Brennwert und eine gute CO2-Bilanz durch die Verwertung von städtischem Abfall.
- Nachhaltigkeit: Innovatives Recycling-Konzept.
6. Weinreben und Rebholz
Nach dem Rückschnitt in den Weinbergen wird das Altholz der Reben zerkleinert und gepresst.
- Vorteile: Verleiht dem Grillgut oft ein besonderes, leicht rauchiges Aroma (ähnlich wie Smoker-Chips).
7. Zertifiziertes Restholz (FSC/PEFC)
Auch Holz kann ökologisch sein, wenn es sich um Resthölzer aus der Möbelindustrie oder der Waldpflege handelt, die streng zertifiziert sind.
- Wichtig: Achten Sie auf das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) oder das PEFC-Siegel. Diese garantieren, dass das Holz nicht aus illegalem Einschlag oder Tropenwäldern stammt.
Warum sind diese Alternativen besser?
- Keine Entwaldung: Es werden keine gesunden Wälder abgeholzt.
- CO2-Neutralität: Da es sich oft um einjährige Pflanzen oder Abfälle handelt, wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanze kurz zuvor aufgenommen hat.
- Keine Chemie: Ökologische Briketts werden meist unter hohem Druck gepresst, wobei das pflanzeneigene Lignin als Bindemittel dient. Es werden keine petrochemischen Zündhilfen oder künstliche Kleber verwendet.
Tipp beim Kauf: Achten Sie nicht nur auf das Material, sondern auch auf den Transportweg. Eine Olivenkern-Kohle aus Europa kann eine bessere Ökobilanz haben als Kokoskohle aus Südostasien.