Warum erreichen manche Grillbriketts nicht die gewünschte Zieltemperatur?
Dass Grillbriketts nicht die gewünschte Temperatur erreichen oder „verhungern“, kann frustrierend sein. Es gibt dafür meist eine Kombination aus physikalischen und qualitativen Gründen.
Hier sind die Hauptursachen, warum Briketts manchmal keine Power haben:
1. Mangelnde Qualität und Füllstoffe
Dies ist der häufigste Grund. Günstige Briketts bestehen oft nicht aus reinem Holzkohlenstaub, sondern enthalten einen hohen Anteil an Füllstoffen (wie Sand, Ton oder minderwertige Bindemittel).
- Das Problem: Diese Füllstoffe brennen nicht. Sie nehmen stattdessen Energie auf und produzieren eine enorme Menge Asche.
- Die Folge: Die Ascheschicht legt sich wie ein Isolierfaktor um den glühenden Kern und erstickt die Hitze.
2. Zu hohe Feuchtigkeit
Briketts sind extrem hygroskopisch, das heißt, sie ziehen Feuchtigkeit aus der Luft.
- Das Problem: Wenn die Briketts im feuchten Keller oder über Winter draußen (auch abgedeckt) gelagert wurden, enthalten sie Wasser.
- Die Folge: Beim Anzünden muss die Energie zuerst aufgewendet werden, um das Wasser zu verdampfen. Erst danach beginnt die eigentliche Verbrennung. Oft erreichen solche Briketts nie ihre maximale Glutphase, weil sie innerlich „gedämpft“ werden.
3. Mangelnde Sauerstoffzufuhr (Luftstrom)
Feuer braucht Sauerstoff. Wenn die Temperatur nicht steigt, „atmet“ der Grill nicht richtig.
- Das Problem:
- Die Lüftungsschieber (oben oder unten) sind nicht weit genug offen.
- Die Briketts liegen zu dicht beieinander (kein Durchzug).
- Asche-Stau: Bei billigen Briketts entsteht so viel Asche, dass die unteren Luftlöcher verstopfen.
- Die Folge: Die Verbrennung verlangsamt sich, die Temperatur sinkt.
4. Das Ausgangsmaterial
Nicht jedes Brikett ist gleich konzipiert.
- Braunkohle-Briketts: Diese sind oft für den Kamin gedacht. Sie halten die Glut sehr lange, werden aber bei weitem nicht so heiß wie Holzkohlebriketts.
- Hartholz vs. Weichholz: Briketts aus Buchenholz erreichen deutlich höhere Temperaturen als solche aus Mischholz oder Nadelholz.
- Kokos-Briketts: Diese haben eine extrem hohe Dichte und einen sehr hohen Brennwert. Sie werden oft deutlich heißer als Standard-Holzkohlebriketts.
5. Fehler beim Anzünden
Wenn die Briketts in den Grill geschüttet werden, bevor sie vollständig durchgeglüht sind, kann die Temperatur im Grill hängen bleiben.
- Tipp: Erst wenn die Briketts im Anzündkamin mit einer feinen weißen Ascheschicht bedeckt sind, haben sie ihr volles Potenzial erreicht. Schüttet man sie zu früh aus, kämpfen sie noch mit der Zündung, anstatt Hitze abzugeben.
6. Die Umgebungstemperatur und Wind
An sehr kalten Tagen oder bei starkem Wind verliert der Grillkörper (besonders bei dünnwandigen Kugelgrills) massiv Energie über die Außenhülle.
- Die Folge: Die Briketts müssen gegen die Kälte „ankämpfen“. Wenn dann noch die Qualität der Kohle mittelmäßig ist, reicht die Energie nicht aus, um den Innenraum auf über 200°C zu bringen.
Tipps für maximale Hitze:
- Qualität kaufen: Achte auf Zertifizierungen wie DIN plus oder das FSC-Siegel. Marken wie Weber, McBrikett oder Profagus (Grillis) sind bekannt für hohe Temperaturen.
- Anzündkamin nutzen: Er sorgt durch den Kamineffekt für eine perfekte Initialzündung.
- Lagerung: Briketts immer im Haus oder in einer luftdichten Box lagern, niemals im offenen Sack in der Garage.
- Asche entfernen: Vor jedem Grillen die alte Asche komplett entfernen, damit die Luftlöcher frei sind.
- Mischung: Wenn du extreme Hitze zum scharfen Anbraten brauchst, mische Holzkohle (wird schnell sehr heiß) mit Briketts (halten die Hitze länger).