Ab welcher Wassersäule gilt ein Regencape als zuverlässig wasserdicht?

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Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob man nach der offiziellen Norm oder nach der praktischen Erfahrung geht.

Hier ist die Übersicht, ab wann ein Regencape als wasserdicht gilt:

1. Die offizielle Norm (DIN-Standard)

Nach der europäischen Norm EN 343 gilt ein Material bereits ab einem recht niedrigen Wert als wasserdicht:

  • Klasse 1: ab 800 mm Wassersäule (eher wasserabweisend)
  • Klasse 2: ab 800 mm (nach Vorbehandlung)
  • Klasse 3: ab 1.300 mm Wassersäule

Fazit: Rein rechtlich darf ein Hersteller ein Cape ab 1.300 mm als "wasserdicht" bezeichnen.


2. Die praktische Empfehlung (Einsatzbereiche)

In der Realität reicht eine Wassersäule von 1.300 mm oft nicht aus, da durch Wind, Bewegung oder Gewicht (z. B. ein Rucksack) Druck auf den Stoff ausgeübt wird.

  • Leichter Regen / Kurze Wege (Stadt, Gassi gehen):
    • 3.000 mm bis 5.000 mm. Das reicht für normale Spaziergänge völlig aus.
  • Längere Wanderungen / Kräftiger Regen:
    • Ab 10.000 mm. Hier bist du auch bei längerem Aufenthalt im Freien und starkem Regen auf der sicheren Seite.
  • Wandern mit Rucksack:
    • Mindestens 10.000 mm, besser 15.000 mm bis 20.000 mm.
    • Wichtig: Die Rucksackgurte drücken das Wasser mit hohem Druck durch das Material. Ein Cape mit nur 5.000 mm würde an den Schultern schnell durchfeuchten.

3. Warum die Wassersäule nicht alles ist

Ein Regencape kann eine Wassersäule von 20.000 mm haben und dich trotzdem nass werden lassen. Achte beim Kauf unbedingt auf folgende zwei Punkte:

  1. Getapte Nähte: Das Wasser dringt meistens nicht durch den Stoff, sondern durch die Einstichlöcher der Nähnadeln. Achte darauf, dass die Nähte von innen mit einem Tape versiegelt ("verschweißt") sind.
  2. Atmungsaktivität (MVTR-Wert): Wenn das Cape absolut dicht ist (wie eine Plastiktüte), schwitzt du darunter. Dann wirst du nicht durch den Regen, sondern durch deinen eigenen Schweiß nass. Ein gutes Cape sollte den Wasserdampf nach außen lassen.

Zusammenfassung

Für ein zuverlässiges Regencape, das auch mal einen Schauer beim Wandern übersteht, solltest du nach Modellen mit mindestens 5.000 mm bis 10.000 mm Wassersäule suchen. Wenn du einen schweren Rucksack trägst, ist ein Wert über 10.000 mm ratsam.