How to Remove High Floats in Primavera P6: Ein Leitfaden zur Optimierung Ihres Terminplans
Hier ist ein ausführliches Tutorial zum Thema „Entfernen von hohen Pufferzeiten (High Floats) in Primavera P6“, basierend auf den Best Practices der Terminplanung.
In der professionellen Terminplanung (Scheduling) ist der Gesamtpuffer (Total Float) einer der wichtigsten Indikatoren für die Qualität eines Netzplans. Hohe Pufferzeiten (oft definiert als Aktivitäten mit mehr als 44 Tagen Puffer) sind häufig ein Zeichen für lückenhafte Logik oder fehlende Verknüpfungen.
Dieses Tutorial zeigt Ihnen, wie Sie High Floats identifizieren, analysieren und gemäß den Best Practices 2020 (DCMA-Standard) reduzieren.
1. Warum sind hohe Pufferzeiten ein Problem?
Ein Terminplan mit zu vielen hohen Pufferzeiten ist unzuverlässig, weil:
- Der Kritische Weg (Critical Path) nicht korrekt berechnet wird.
- Verzögerungen bei Aktivitäten nicht rechtzeitig erkannt werden.
- Die Logik des Projekts „lückenhaft“ (dangling) wirkt.
- Das Management kein realistisches Bild über die Projektdauer erhält.
2. Schritt 1: High Floats identifizieren
Bevor Sie korrigieren können, müssen Sie wissen, wo die Probleme liegen.
- Layout anpassen: Fügen Sie die Spalte „Total Float“ (Gesamtpuffer) zu Ihrer Activity-Tabelle hinzu.
- Sortieren: Klicken Sie auf den Spaltenkopf „Total Float“, um die Aktivitäten mit den höchsten Werten oben anzuzeigen.
- Filtern: Erstellen Sie einen Filter:
Where Total Float is greater than 44d(Dies ist der Standardwert der DCMA 14-Point-Assessment).
3. Schritt 2: Ursachen finden und Puffer reduzieren
Hier sind die vier Hauptgründe für High Floats und wie Sie sie beheben:
A. Fehlende Nachfolger (Open Ends)
Dies ist die häufigste Ursache. Wenn eine Aktivität keinen Nachfolger hat, wird ihr Puffer bis zum Projektende berechnet.
- Lösung: Jede Aktivität (außer dem Projektabschluss-Meilenstein) muss mindestens einen Nachfolger haben. Verknüpfen Sie die Aktivität mit der logisch nächsten Aufgabe.
B. "Dangling" Logik (Unvollständige Verknüpfung)
Oft ist eine Aktivität zwar verknüpft, aber nur einseitig (z.B. nur Start-zu-Start). Wenn das Ende der Aktivität nicht durch eine Ende-zu-Ende (FF) oder Ende-zu-Start (FS) Verknüpfung gebunden ist, „treibt“ das Ende der Aktivität lose im Plan.
- Lösung: Stellen Sie sicher, dass jede Aktivität sowohl eine Start-Logik als auch eine End-Logik hat.
C. Zu weiche Constraints (Einschränkungen)
Manchmal werden „As Late As Possible“ Constraints oder zu frühe „Start On or After“ Einschränkungen gesetzt, die den Puffer künstlich aufblähen.
- Lösung: Entfernen Sie unnötige Constraints. Nutzen Sie stattdessen harte Logik (Vorgänger/Nachfolger). Ein Terminplan sollte „Logik-getrieben“ sein, nicht „Constraint-getrieben“.
D. Unterschiedliche Kalender
Wenn ein Vorgänger auf einem 5-Tage-Kalender liegt und der Nachfolger auf einem 7-Tage-Kalender, können seltsame Pufferwerte entstehen.
- Lösung: Überprüfen Sie, ob die Kalenderzuweisungen konsistent sind, besonders an den Schnittstellen kritischer Phasen.
4. Schritt 3: Best Practices zur Vermeidung (Scheduling Standard)
Um die Qualität Ihres Plans dauerhaft hochzuhalten, befolgen Sie diese Regeln:
- FS-Beziehungen bevorzugen: Nutzen Sie primär „Finish-to-Start“ (Ende-zu-Start) Verknüpfungen. Vermeiden Sie komplexe Kombinationen, wenn möglich.
- Lags vermeiden: Negative Lags (Leads) sind streng verboten. Große positive Lags sollten durch echte Aktivitäten ersetzt werden.
- Netzplan-Check: Führen Sie regelmäßig das „Schedule Log“ (F9 -> View Log) aus und prüfen Sie den Bereich „Exceptions“. Dort werden Aktivitäten ohne Nachfolger direkt aufgelistet.
- Die 5%-Regel: Laut DCMA-Standard sollten nicht mehr als 5% Ihrer Aktivitäten einen Gesamtpuffer von mehr als 44 Arbeitstagen haben.
5. Profi-Tipp: Den "Longest Path" prüfen
Anstatt nur auf den Total Float zu schauen, wechseln Sie in den Optionen der Zeitberechnung (F9 -> Options) auf „Calculate critical path as: Longest Path“.
Dies hilft Ihnen zu sehen, welche Kette von Aktivitäten tatsächlich das Projektende bestimmt, unabhängig von Pufferwerten, die durch Kalender oder Constraints verzerrt sein könnten.
Fazit
Die Reduzierung von High Floats ist kein einmaliger Vorgang, sondern Teil der kontinuierlichen Pflege des Terminplans. Ein sauberer Plan mit geringen, realistischen Pufferzeiten sorgt für Vertrauen bei Stakeholdern und ermöglicht eine präzise Steuerung des Projekts.
Zusammenfassung der Korrektur:
- Nachfolger ergänzen.
- Dangling Logic (offene Enden) schließen.
- Constraints minimieren.
- Logik statt Lags verwenden.