Wie kann man VNC unter Linux über die Kommandozeile verbinden?
- Einleitung
- Voraussetzungen
- Installation eines VNC-Clients
- Verbindung zu einem VNC-Server herstellen
- Verbindung ohne grafische Oberfläche oder über SSH-Tunnel
- Fazit
Einleitung
VNC (Virtual Network Computing) ermöglicht es, den Bildschirm eines entfernten Computers zu sehen und zu steuern. Unter Linux ist es häufig notwendig, eine VNC-Verbindung über die Kommandozeile herzustellen, insbesondere wenn keine grafische Benutzeroberfläche verfügbar ist oder automatisierte Skripte verwendet werden sollen. In diesem Artikel wird ausführlich erklärt, wie man VNC-Verbindungen über die Linux-Kommandozeile herstellt und welche Werkzeuge dabei zum Einsatz kommen.
Voraussetzungen
Bevor eine VNC-Verbindung aufgebaut werden kann, müssen auf dem entfernten Linux-Server bzw. Computer ein VNC-Server installiert und konfiguriert sein. Es gibt verschiedene VNC-Server wie beispielsweise TigerVNC, TightVNC, oder RealVNC. Auch der Client benötigt geeignete Programme, um sich mit dem Server zu verbinden. Unter Linux kann man meist den Befehl vncviewer für die Verbindung nutzen. Es ist wichtig, dass die Netzwerkverbindung zwischen Client und Server besteht und die entsprechenden Ports (standardmäßig 5900 plus die Displaynummer) geöffnet sind.
Installation eines VNC-Clients
Um von der Kommandozeile aus eine VNC-Verbindung aufzubauen, wird üblicherweise das Kommandozeilenprogramm vncviewer verwendet. Die Installation erfolgt je nach Distribution mit dem Paketmanager, beispielsweise unter Debian-basierten Systemen mit sudo apt install tigervnc-viewer oder sudo apt install tightvncviewer. Nach der Installation steht der Befehl vncviewer zur Verfügung.
Verbindung zu einem VNC-Server herstellen
Für den Verbindungsaufbau wird im Terminal der Befehl vncviewer gefolgt von der IP-Adresse oder dem Hostnamen und der Displaynummer verwendet. Die Displaynummer bestimmt, welcher Bildschirm des Servers angesprochen wird. Der Standard-Port für Display :1 ist 5901. Ein Verbindungsaufbau könnte somit folgendermaßen aussehen:
vncviewer 192.168.1.100:1
Dabei verbindet sich der Client auf den VNC-Server mit der IP-Adresse 192.168.1.100 und dem Display 1. Nach Eingabe dieses Befehls öffnet sich in der Regel ein grafisches Fenster mit der entfernten Desktop-Sitzung, sofern eine grafische Umgebung vorhanden ist.
Verbindung ohne grafische Oberfläche oder über SSH-Tunnel
Wenn keine grafische Oberfläche verfügbar ist oder die Verbindung sicher verlaufen soll, empfiehlt es sich, einen SSH-Tunnel zu benutzen. Über SSH wird die VNC-Verbindung verschlüsselt übertragen, da VNC selbst standardmäßig keine starke Verschlüsselung bietet. Der SSH-Tunnel kann mit folgendem Befehl im Terminal aufgebaut werden:
ssh -L 5901:localhost:5901 benutzer@192.168.1.100
Danach kann die lokale VNC-Viewer-Verbindung auf localhost:1 aufgebaut werden, um die Daten über den Tunnel sicher zu übertragen:
vncviewer localhost:1
Dies stellt sicher, dass die Verbindung zum VNC-Server verschlüsselt ist und keine Daten ungesichert über das Netzwerk gesendet werden.
Fazit
Die Verbindung zu einem VNC-Server unter Linux über die Kommandozeile benötigt zunächst einen installierten VNC-Client wie vncviewer. Mit einfachen Befehlen lässt sich die Verbindung zu einer entfernten Desktop-Sitzung herstellen. Für erhöhte Sicherheit empfiehlt sich die Nutzung eines SSH-Tunnels. Die Nutzung über die Kommandozeile ist besonders praktisch für Server ohne grafische Benutzeroberfläche und automatisierte Szenarien.
