Wie kann ich unterbrechen werbefreie Aufnahmen von RTL programmieren?

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  1. Einleitung
  2. Technische Herausforderungen bei werbefreien Aufnahmen von RTL
  3. Ansatz zur Programmierung einer Unterbrechung
  4. Beispiel für eine rudimentäre Werbungserkennung mit ffmpeg und Python
  5. Rechtliche Hinweise
  6. Fazit

Einleitung

Die Praxis, werbefreie Aufnahmen von Fernsehsendern wie RTL zu unterbrechen oder überspringen, berührt verschiedene technische und rechtliche Aspekte. Technisch gesehen erschwert RTL bewusst das einfache Überspringen von Werbung, da diese meist am Stück mit dem Programm aufgezeichnet wird. Im Folgenden wird erläutert, wie man technisch an das Thema herangehen kann, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen unbedingt zu beachten sind.

Technische Herausforderungen bei werbefreien Aufnahmen von RTL

RTL und ähnlich große Sender übermitteln ihre Programme in der Regel zusammenhängend, das heißt Film, Serie oder Show inklusive Werbung sind in einem einzelnen Stream enthalten. Vorab ist bei der Aufnahme oft kein Signal für Werbeblöcke erkennbar, da keine expliziten Markierungen enthalten sind. Die Aufnahme einfach programmatisch zu unterbrechen oder Werbung automatisch zu überspringen ist somit nicht einfach möglich ohne zusätzliche Informationen oder Verarbeitung.

Moderne Receiver und Recording-Systeme wie IPTV-Boxen, DVB-T2-Receiver oder Software-Recorder verwenden teilweise sogenannte Erkennungssysteme für Werbeblöcke. Diese Software analysiert Merkmale wie Schwarzbilder, Stille oder wiederkehrende Muster, um Werbung zu identifizieren und berücksichtigt Timer, EPG-Daten oder Drittanbieter-Informationen. Ein klassisches Programmierprojekt könnte also darin bestehen, eine ähnliche Erkennung zu implementieren.

Ansatz zur Programmierung einer Unterbrechung

Um eine unterbrechbare, also gezielt pausierende Aufzeichnung zu programmieren, benötigen Sie entweder Zugriff auf den Live-Stream oder auf die Datei bzw das Video im Nachhinein. Im Live-Modus könnten Sie über eine Software die Aufnahme an vorgegebenen Zeitpunkten pausieren. Dazu wäre eine gewisse Integration in die Aufnahme-Software nötig, die auf ein Signal reagiert. Da DSL- oder IPTV-Streams oft keine expliziten Werbesignale enthalten, muss die Software anhand eigener Kriterien (z. B. Mustererkennung von Werbeblöcken) arbeiten.

Alternativ ist eine Nachbearbeitung möglich: Nach der Aufnahme analysieren Programme das Video, erkennen Werbeblöcke und schneiden sie heraus oder versehen das Video mit Kapiteln, die ein schnelles Überspringen erlauben. Programmiersprachen wie Python eignen sich gut hierfür, z. B. mit Bibliotheken wie ffmpeg zur Videobearbeitung.

Ein einfaches Beispiel wäre, ein Skript zu erstellen, das anhand von Schwarzbildern oder anderen Signalen Werbeblöcke erkennt. Dabei könnte man mit ffmpeg Standbilder extrahieren, diese auf Helligkeit prüfen und markante Veränderungen erkennen. Anschließend können diese Zeitabschnitte verwendet werden, um die Aufnahme bei der Wiedergabe automatisch zu überspringen oder zu pausieren.

Beispiel für eine rudimentäre Werbungserkennung mit ffmpeg und Python

Stellen Sie sich vor, Sie extrahieren Frames und analysieren deren Helligkeit, um auf Werbeblöcke zu schließen:

ffmpeg -i aufnahme.ts -vf "select=gt(scene\,0.4)" -vsync vfr thumbnails_%03d.jpg

Dieser Befehl extrahiert Frames, die große Szenenwechsel enthalten, was Werbeblöcke kennzeichnen könnte. Anschließend könnten Sie mit Python die erzeugten Thumbnails auswerten, um typische Werbeübergänge zu erkennen und Zeitstempel zu sammeln.

Rechtliche Hinweise

Es ist wichtig zu wissen, dass das gezielte Überspringen oder Entfernen von Werbung bei Aufzeichnungen gesetzlich problematisch sein kann. Die Werbeeinahmen sind häufig entscheidend für die Senderfinanzierung und das Umgehen der Werbung kann gegen Urheberrechte oder die Nutzungsbedingungen verstoßen. In Deutschland ist zudem das sogenannte Geräteprivileg eingeschränkt: Hardware oder Software, die das automatische Werbeüberspringen erleichtern oder ermöglichen, kann illegal sein.

Stellen Sie daher sicher, dass Sie keine Rechte verletzen. Persönliche Aufnahmen zum rein privaten Gebrauch sind in der Regel erlaubt, automatische Werbeentfernung oder das Verbreiten bearbeiteter Aufnahmen jedoch problematisch.

Fazit

Das programmiertechnische Unterbrechen oder Überspringen von werbefreien Aufnahmen von RTL ist nicht einfach ohne Zugriff auf Metadaten oder klare Signale zur Werbung. Nachbearbeitungsansätze mit Videobearbeitungstools wie ffmpeg oder eigener Szenenerkennung sind die praktikabelsten Methoden. Gleichzeitig müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen sorgfältig beachtet werden, um keine Urheberrechte oder Nutzungsbedingungen zu verletzen.

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