Welche Einstellungen sind nötig, um Amazon SES im Produktionsmodus zu verwenden?

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  1. Einführung
  2. Überprüfung der Identitäten
  3. Antrag auf Produktionszugang (Production Access)
  4. DNS-Konfiguration und Authentifizierung
  5. Quota und Limits überprüfen
  6. Test und Monitoring
  7. Zusammenfassung

Einführung

Amazon Simple Email Service (SES) wird standardmäßig im sogenannten Sandbox-Modus bereitgestellt. In diesem Modus sind die Nutzung und die Empfängereinschränkungen stark begrenzt, um Missbrauch zu verhindern. Um Amazon SES für den produktiven Versand von E-Mails zu nutzen, ist es notwendig, bestimmte Einstellungen vorzunehmen und den SES-Account in den Produktionsmodus (auch als "Production Access" bezeichnet) zu wechseln.

Überprüfung der Identitäten

Vor dem Wechsel in den Produktionsmodus müssen alle verwendeten Absenderadressen oder Domains verifiziert werden. Dabei prüft Amazon SES, ob Sie tatsächlich berechtigt sind, E-Mails im Namen der angegebenen Adressen oder Domains zu versenden. Dies erfolgt entweder über DNS-Einträge bei der Domain oder über eine Bestätigungsmail bei einzelnen Adressen. Es ist wichtig, dass jede E-Mail-Adresse oder Domain, die als Absender genutzt werden soll, erfolgreich verifiziert wurde.

Antrag auf Produktionszugang (Production Access)

Im AWS Management Console unter dem Amazon SES-Dienst gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf Produktionszugang zu stellen. Dabei müssen Informationen zur geplanten Nutzung eingereicht werden, wie beispielsweise der Zweck des E-Mail-Versands, die ungefähre Versandmenge sowie Details zum Umgang mit Abonnenten, Abmeldungen und Beschwerden. Ziel ist es, sicherzustellen, dass E-Mails verantwortungsvoll und gemäß den Amazon-Richtlinien verschickt werden.

DNS-Konfiguration und Authentifizierung

Um die Zustellbarkeit von E-Mails zu verbessern, müssen bestimmte DNS-Einträge gesetzt werden. Dazu gehören SPF (Sender Policy Framework)- und DKIM (DomainKeys Identified Mail)-Einträge, welche sicherstellen, dass Amazon SES im Namen Ihrer Domain E-Mails versenden darf. Darüber hinaus empfiehlt sich die Einrichtung von DMARC-Einträgen zur weiteren Schutzmaßnahme gegen Spam und Phishing. Diese Einträge müssen im DNS-Management Ihrer Domain korrekt hinterlegt werden.

Quota und Limits überprüfen

Im Sandbox-Modus gibt es starke Beschränkungen bei der Anzahl der täglich versendeten E-Mails und bei der maximalen Absende-Rate. Nach Freischaltung des Produktionszugangs werden diese Limits erhöht. Es empfiehlt sich, die derzeitigen und zukünftigen Kontingente zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen Ihrer Anwendung entsprechen. Bei Bedarf können Sie auch später die Limits über ein weiteres Support-Ticket anpassen lassen.

Test und Monitoring

Nach Abschluss aller Schritte sollten Sie erste Testmails an tatsächliche Empfänger versenden, um die korrekte Funktionsweise zu prüfen. Ebenfalls ist es ratsam, das Monitoring von Bounce- und Complaint-Feedback einzurichten, um auf Probleme schnell reagieren zu können. Amazon SES bietet dazu verschiedene Werkzeuge und Integrationsmöglichkeiten für Event-Feedback via SNS oder CloudWatch.

Zusammenfassung

Um Amazon SES im Produktionsmodus zu nutzen, müssen Sie zunächst die Absenderidentitäten verifizieren, anschließend den Antrag auf Produktionszugang stellen und die erforderlichen DNS-Einträge konfigurieren. Nach Freischaltung und Erhöhung der Kontingente sollten Tests durchgeführt und ein Monitoring für Zustellbarkeitsprobleme eingerichtet werden. Nur so ist der zuverlässige und regelkonforme Versand von E-Mails möglich.

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