Was tun, wenn sich Docker Desktop unter Windows nicht mit dem Hyper-V oder WSL2 verbindet?

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  1. Überprüfung der Virtualisierungsunterstützung im BIOS
  2. Validierung der Windows-Features für Hyper-V und WSL
  3. Prüfung und Aktualisierung von WSL und der WSL2-Kernelversion
  4. Konfiguration von Docker Desktop für die richtige Backend-Auswahl
  5. Überprüfung anderer Hypervisoren und Virtualisierungs-Konflikte
  6. Netzwerk- und Firewall-Einstellungen
  7. Docker Desktop zurücksetzen oder neu installieren
  8. Prüfung der Windows-Version und Updates
  9. Zusammenfassung

Überprüfung der Virtualisierungsunterstützung im BIOS

Eine häufige Ursache dafür, dass Docker Desktop sich nicht mit Hyper-V oder WSL2 verbinden kann, liegt an deaktivierter Hardware-Virtualisierung im BIOS beziehungsweise UEFI. Um sicherzustellen, dass diese Funktion aktiviert ist, müssen Sie beim Start Ihres PCs in das BIOS-Menü wechseln. Dort sollte die Option für Intel VT-x (bei Intel-Prozessoren) oder AMD-V (bei AMD-Prozessoren) aktiviert sein. Ohne diese aktivierte Virtualisierung können die Virtual Machine Platform von Windows sowie Hyper-V nicht genutzt werden, was Docker Desktop für seine WSL2-Backend-Funktion zwingend benötigt.

Validierung der Windows-Features für Hyper-V und WSL

Docker nutzt entweder Hyper-V oder das Windows Subsystem für Linux 2 (WSL2) als Backend. Deshalb müssen auf Ihrem Windows-System bestimmte Features aktiviert sein. Um zu prüfen, ob diese aktiv sind, öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und führen Sie den Befehl DISM /Online /Get-Features /Format:Table aus. Alternativ können Sie in der Systemsteuerung unter Windows-Features aktivieren oder deaktivieren sicherstellen, dass Hyper-V, Containers und Windows-Subsystem für Linux aktiviert sind. Für WSL2 wird außerdem Virtuelle Maschine Plattform benötigt.

Falls eines dieser Features fehlt, können Sie es ebenfalls über die Eingabeaufforderung aktivieren, z.B. mit

dism.exe /online /enable-feature /featurename:Microsoft-Hyper-V -All

und

dism.exe /online /enable-feature /featurename:VirtualMachinePlatform -All

Nach der Aktivierung sollten Sie den Rechner neu starten.

Prüfung und Aktualisierung von WSL und der WSL2-Kernelversion

WSL2 benötigt einen separaten Linux-Kernel, der regelmäßig aktualisiert werden muss. Stellen Sie sicher, dass Sie die neueste Version installiert haben. Öffnen Sie dazu eine PowerShell mit Administratorrechten und führen Sie wsl --update aus. Ebenfalls hilfreich kann ein kurzer Test sein, ob WSL funktioniert, indem Sie wsl -l -v eingeben. Dort sehen Sie, ob Ihre Distributionen vorhanden sind und mit WSL2 laufen. Falls kein WSL2-Kernel installiert ist oder veraltet, erfolgt oft eine entsprechende Fehlermeldung.

Konfiguration von Docker Desktop für die richtige Backend-Auswahl

In den Einstellungen von Docker Desktop können Sie wählen, ob Sie Hyper-V oder WSL2 als Backend nutzen möchten. Oft hilft es, diese Einstellung explizit zu aktivieren oder zu deaktivieren, um Verbindungsprobleme zu beheben. Öffnen Sie Docker Desktop, gehen Sie auf die Einstellungen und dort unter General oder Resources auf den Bereich für Backend. Dort können Sie zwischen Hyper-V und WSL2 wechseln, manchmal regelt Docker die Auswahl automatisch. Falls der jeweilige Modus nicht aktivieren lässt, könnte das auf fehlende Voraussetzungen hinweisen.

Überprüfung anderer Hypervisoren und Virtualisierungs-Konflikte

Virtualisierungssoftware wie VirtualBox oder VMware kann mit Hyper-V in Konflikt geraten. Windows bietet zwar mittlerweile Kompatibilitätsmodi, aber nicht selten führen andere aktive Hypervisoren dazu, dass Docker nicht ordnungsgemäß auf Hyper-V oder WSL2 zugreifen kann. Prüfen Sie, ob Sie andere Virtualisierungslösungen installiert und ggf. aktiv nutzen. Gegebenenfalls sollten diese deinstalliert oder deaktiviert werden, beziehungsweise in deren Einstellungen der Kompatibilitätsmodus für Hyper-V bzw. WSL2 aktiviert sein.

Netzwerk- und Firewall-Einstellungen

Manchmal blockiert eine Firewall oder ein Sicherheitsprogramm die Kommunikation zwischen Docker Desktop und seinen Backend-Services. Überprüfen Sie, ob Docker und die Hyper-V- oder WSL-Komponenten vom Windows Defender oder einer Drittanbieter-Firewall als Ausnahme eingetragen sind. Insbesondere interne Netzwerkverbindungen oder natürliche Netzwerkadapter, die von Hyper-V erstellt werden, dürfen nicht blockiert sein, da sonst die virtuelle Maschine oder die WSL-Distribution keine Netzwerkverbindung bekommt, was Docker ebenfalls behindern kann.

Docker Desktop zurücksetzen oder neu installieren

Wenn alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind, aber das Problem weiterhin besteht, kann es helfen, Docker Desktop zurückzusetzen. In den Einstellungen von Docker Desktop gibt es eine Möglichkeit, die Einstellungen auf Werkseinstellungen zurückzusetzen ohne Datenverlust oder alternativ alles zu löschen. Sollte das dennoch keinen Erfolg bringen, empfiehlt sich eine komplette Deinstallation von Docker Desktop inklusive aller zugehörigen Daten sowie eine Neuinstallation der aktuellsten Version. Dabei kann es hilfreich sein, auch temporäre Dateien und Konfigurationsordner manuell zu löschen.

Prüfung der Windows-Version und Updates

Docker Desktop benötigt eine gewisse Windows 10 oder Windows 11 Version, um Hyper-V oder WSL2 nutzen zu können. Vergewissern Sie sich, dass Ihr System aktuell ist und die Mindestanforderungen für Docker erfüllt. Windows-Versionen unter 1903 unterstützen WSL2 beispielsweise noch nicht vollständig. Um Fehler zu vermeiden, sollten Sie Windows Update ausführen und alle notwendigen Updates einspielen.

Zusammenfassung

Wenn Docker Desktop sich nicht mit Hyper-V oder WSL2 verbindet, liegt dies zumeist an deaktivierter Hardware-Virtualisierung, fehlenden Windows-Features, veralteten WSL-Kerneln, Konflikten mit anderen Virtualisierungsprogrammen oder falschen Konfigurationen in Docker. Durch die sorgfältige Überprüfung und Aktivierung aller relevanten Systemeinstellungen, Aktualisierungserfordernisse sowie Zurücksetzen bzw. Neuinstallation des Docker Desktop lassen sich die meisten Probleme beheben. Die Kombination aus BIOS-Einstellungen, Windows-Funktionen, aktueller Software-Version und Firewall-Ausnahmen stellt die Grundlage für einen stabilen Betrieb von Docker mit Hyper-V oder WSL2 unter Windows dar.

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