Was sind die Unterschiede zwischen PowerApps Canvas App und Model Driven App?

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  1. Einführung in PowerApps
  2. Canvas Apps: Flexibilität und Gestaltung
  3. Model Driven Apps: Datenfokus und strukturierte Anwendungen
  4. Wann sollte man welche App-Art wählen?
  5. Fazit

Einführung in PowerApps

PowerApps ist eine Plattform von Microsoft, die es ermöglicht, benutzerdefinierte Geschäftsanwendungen ohne umfangreiche Programmierkenntnisse zu erstellen. Innerhalb dieser Plattform gibt es verschiedene Anwendungstypen, die jeweils für unterschiedliche Anwendungsfälle und Anforderungen optimiert sind. Die beiden bekanntesten Typen sind Canvas Apps und Model Driven Apps. Beide haben ihre Stärken und Besonderheiten, die sie für verschiedene Szenarien geeignet machen.

Canvas Apps: Flexibilität und Gestaltung

Canvas Apps bieten eine sehr flexible und kreative Umgebung. Der Fokus liegt hier darauf, den Entwickler oder Anwender die Benutzeroberfläche vollständig selbst gestalten zu lassen. Dabei wird die App wie eine leere Leinwand betrachtet, auf der man per Drag-and-Drop Steuerelemente, Medien und Datenverbindungen platzieren kann. Canvas Apps sind besonders gut geeignet, wenn man spezifische Benutzererfahrungen oder individuelle Designs benötigt. Sie unterstützen eine Vielzahl von Datenquellen und sind somit auch sehr vielseitig im Einsatz. Die App-Logik wird hauptsächlich mit Power Fx formuliert, einer Excel-ähnlichen Formel-Sprache, die relativ leicht zu erlernen ist.

Model Driven Apps: Datenfokus und strukturierte Anwendungen

Im Gegensatz dazu basieren Model Driven Apps auf einem vorgegebenen Datenmodell, das häufig in Microsoft Dataverse verwaltet wird. Die Struktur der Anwendung wird durch die Datenarchitektur bestimmt. Hier steht die modellgetriebene Logik und Benutzerführung im Vordergrund, wodurch sich diese Apps besonders für komplexe Geschäftsprozesse eignen, bei denen viele Beziehungen und Regeln beachtet werden müssen. Model Driven Apps liefern automatisch eine standardisierte Benutzeroberfläche mit Formularen, Ansichten und Dashboards, was die Entwicklung beschleunigt und eine gewisse Einheitlichkeit gewährleistet. Anpassungen sind möglich, jedoch weniger flexibel im Hinblick auf das Design im Vergleich zu Canvas Apps.

Wann sollte man welche App-Art wählen?

Die Wahl zwischen Canvas und Model Driven Apps hängt stark vom Anwendungsfall ab. Wenn das Ziel darin besteht, eine stark individuelle und optisch ansprechende Benutzeroberfläche zu entwickeln, die auf unterschiedliche Datenquellen zugreift, ist eine Canvas App die erste Wahl. Sie bietet maximale Freiheit in der Gestaltung und bei der Benutzerinteraktion. Für umfangreiche, datenintensive Geschäftsanwendungen, bei denen komplexe Geschäftsregeln, viele Entitäten und Beziehungen verwaltet werden müssen, sind Model Driven Apps hingegen ideal. Sie bieten out-of-the-box viele Funktionalitäten und eine robuste, skalierbare Grundlage für Enterprise-Anwendungen.

Fazit

Canvas Apps und Model Driven Apps unterscheiden sich grundlegend im Ansatz: Canvas Apps sind designorientiert und erlauben maximale Freiheit, während Model Driven Apps daten- und prozessorientiert sind und auf einem vordefinierten Datenmodell basieren. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob der Schwerpunkt auf einer individuellen Benutzererfahrung oder auf der Verwaltung komplexer Datenstrukturen liegt. Beide App-Typen ergänzen sich innerhalb von PowerApps und können, je nach Bedarf, sogar in Kombination verwendet werden, um maßgeschneiderte Geschäftslösungen zu realisieren.

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