Warum zeigt DaisyDisk unterschiedliche Größen für dieselben Dateien an als der Finder?

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  1. Unterschiedliche Größenanzeigen: Ein Überblick
  2. Logik hinter der Größenbestimmung im Finder
  3. Funktionsweise von DaisyDisk bei der Größenanzeige
  4. Technische Details: Blockgrößen und Dateisystem-Overhead
  5. Weitere Aspekte: Komprimierung, Verlinkungen und temporäre Dateien
  6. Fazit

Unterschiedliche Größenanzeigen: Ein Überblick

Wenn man Dateien sowohl mit DaisyDisk als auch mit dem Finder auf einem Mac betrachtet, kann es vorkommen, dass die angezeigten Dateigrößen nicht exakt übereinstimmen. Dieses Phänomen ist vielen Nutzern aufgefallen und führt oft zu Verwirrung, besonders wenn man genau nachvollziehen möchte, wie viel Speicherplatz tatsächlich von bestimmten Dateien oder Ordnern belegt wird. Die Unterschiede entstehen durch verschiedene Methoden der Größenberechnung und unterschiedlichen Umgang mit Dateisystemdetails.

Logik hinter der Größenbestimmung im Finder

Der Finder zeigt standardmäßig die Größe der Datei auf Basis der "logischen" Dateigröße an, das heißt, er erfasst die Gesamtmenge der im Dateisystem gespeicherten Daten, die tatsächlich zum Inhalt der Datei gehören. Dabei berücksichtigt der Finder oft auch versteckte Metadaten oder Ressourcen, zeigt jedoch in der Regel die reine Dateigröße ohne Round-up auf physische Speichereinheiten an. Wichtig ist, dass der Finder bei Ordnern die Gesamtgröße der darin enthaltenen Dateien und Unterordner rekursiv berechnet. Diese Berechnung kann einige Zeit dauern, weshalb in manchen Fällen zunächst nur das Symbol Berechnung läuft angezeigt wird.

Funktionsweise von DaisyDisk bei der Größenanzeige

DaisyDisk nutzt eine andere Herangehensweise, um den Speicherplatz visuell darzustellen. Es scannt das Dateisystem sehr tiefgehend und basiert bei der Anzeige der Dateigrößen oft auf der tatsächlich belegten Größe auf der Festplatte. Dazu gehört, dass DaisyDisk die Dimension der belegten Blöcke berücksichtigt, also die physische Menge an Speicher, die von der Datei inklusive Fragmentierung, Dateisystem-Overhead und weiteren Faktoren genutzt wird. DaisyDisk zeigt daher oft die Belegte Größe an, welche größer sein kann als die logische Dateigröße, die im Finder angezeigt wird.

Technische Details: Blockgrößen und Dateisystem-Overhead

Ein wichtiger technischer Grund für die unterschiedlichen Anzeigen liegt in der Blockgröße, also der kleinsten Speichereinheit, die das Dateisystem verwendet, um Daten auf der Festplatte abzulegen. Selbst wenn eine Datei nur wenige Bytes groß ist, belegt sie mindestens einen Block. Dieser Block hat typischerweise eine Größe von 4 Kilobyte (kann je nach Dateisystem variieren). Während der Finder meist die exakte Datenmenge anzeigt, berechnet DaisyDisk die tatsächlich belegte Menge, also den belegten unter Umständen mehrfachen Blockplatz. Ebenso können Dateisystem-Metadaten oder versteckte Dateien im Scan enthalten sein, die der Finder nicht direkt darstellt oder anders behandelt.

Weitere Aspekte: Komprimierung, Verlinkungen und temporäre Dateien

Zusätzlich können technische Faktoren wie Dateikomprimierung, symbolische Verlinkungen (Symlinks) oder Hardlinks Einfluss auf die Größendarstellung nehmen. Der Finder und DaisyDisk interpretieren Symlinks unterschiedlich: Während der Finder oft nur auf die Linkgröße verweist, kann DaisyDisk unter Umständen den verknüpften Inhalt mit einberechnen. Auch temporäre oder versteckte Systemdateien, die von DaisyDisk mit erfasst werden, erscheinen im Finder manchmal nicht deutlich. Zudem spielen APFS-spezifische Features wie Clones oder Snapshots eine Rolle, bei denen Dateien zwar logisch groß erscheinen, aber durch das Dateisystem dedupliziert gespeichert werden, was die belegte Speichergröße verändert.

Fazit

Die Differenz zwischen den in DaisyDisk und dem Finder angezeigten Dateigrößen liegt im Wesentlichen an unterschiedlichen Messmethoden: Der Finder zeigt die logische Dateigröße, während DaisyDisk die tatsächlich belegte physische Speichergröße darstellt. Beide Herangehensweisen sind technisch korrekt, zeigen jedoch unterschiedliche Perspektiven auf den Speicherplatzverbrauch. Dieses Wissen hilft dabei, die Diskrepanz besser einzuordnen und richtig zu interpretieren, wie der Speicherplatz auf einem Mac verwendet wird.

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