Warum erscheint unter Windows die Fehlermeldung „unable to load provider legacy“ bei OpenSSL?

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  1. Hintergrund der Fehlermeldung
  2. Ursachen für das Problem unter Windows
  3. Lösungsmöglichkeiten und Empfehlungen
  4. Fazit

Hintergrund der Fehlermeldung

Die Fehlermeldung unable to load provider legacy tritt bei OpenSSL unter Windows häufig auf, wenn versucht wird, Funktionen oder Algorithmen zu verwenden, die im sogenannten "Legacy"-Provider enthalten sind. OpenSSL 3.0 hat eine neue Architektur eingeführt, bei der verschiedene Funktionen von sogenannten Providern bereitgestellt werden. Der "Legacy"-Provider enthält dabei ältere Algorithmen, die in der Standardkonfiguration aus Sicherheitsgründen deaktiviert oder nicht automatisch geladen sind. Wenn eine Anwendung oder ein Skript dieser Legacy-Provider nicht explizit lädt, kommt es unter Windows zu der genannten Fehlermeldung.

Ursachen für das Problem unter Windows

Unter Windows kann die Konfiguration von OpenSSL von der unter Linux oder macOS abweichen. Die Pfade zu den Konfigurationsdateien oder die Umgebungsvariablen sind oft nicht korrekt gesetzt. OpenSSL benötigt eine Konfigurationsdatei, in der definiert ist, welche Provider geladen werden sollen. Fehlt diese oder ist nicht korrekt konfiguriert, führt dies zum Scheitern des Ladens des Legacy-Providers. Des Weiteren kann die auszuführende OpenSSL-Binärdatei nicht finden, wo die Provider-Bibliotheken liegen, wenn relative Pfade verwendet werden.

Lösungsmöglichkeiten und Empfehlungen

Um dieses Problem zu beheben, sollte zunächst überprüft werden, ob die OpenSSL-Konfigurationsdatei vorhanden und korrekt eingerichtet ist. Dort muss der Legacy-Provider aktiviert und geladen werden. Das gelingt beispielsweise durch entsprechende Einträge zur Aktivierung von legacy im Abschnitt für Provider. Zudem sollte die Umgebungsvariable OPENSSL_CONF so gesetzt sein, dass sie auf die richtige Konfigurationsdatei verweist, um das Laden der Provider sicherzustellen.

Falls eine Anwendung oder ein Skript auf den Legacy-Provider angewiesen ist, kann dieser auch explizit per Kommandozeile beim Aufruf von OpenSSL geladen werden. Alternativ ist sicherzustellen, dass die verwendete OpenSSL-Version aktuell ist, da Updates oft Verbesserungen und Fehlerbehebungen enthalten, die solche Probleme vermindern.

Fazit

Die Fehlermeldung unable to load provider legacy unter Windows mit OpenSSL ist meist auf fehlende oder fehlerhafte Provider-Konfiguration zurückzuführen. Durch das Laden und Aktivieren des Legacy-Providers in der OpenSSL-Konfiguration und eine korrekte Pfadangabe lassen sich diese Fehler beheben. Die Umstellung auf OpenSSL 3.0 hat neue Anforderungen an die Nutzung von Algorithmen gestellt, die sich in der neuen Provider-Architektur widerspiegeln und ein angepasstes Setup erfordern.

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