Worauf sollte man bei Handcreme für empfindliche Haut achten?

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Bei empfindlicher Haut ist die Barrierefunktion oft gestört, weshalb die Haut schneller auf äußere Reize reagiert. Eine gute Handcreme für diesen Hauttyp sollte daher zwei Dinge leisten: Reizungen vermeiden und die Hautbarriere stärken.

Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die du achten solltest:

1. Inhaltsstoffe, die du vermeiden solltest (Die „No-Gos“)

Empfindliche Haut reagiert oft auf Zusatzstoffe, die für gesunde Haut unproblematisch sind.

  • Parfüm und Duftstoffe: Sie sind die häufigste Ursache für Kontaktallergien. Achte auf Bezeichnungen wie „parfümfrei“ oder „ohne Duftstoffe“. Auch ätherische Öle können reizen.
  • Konservierungsstoffe: Bestimmte Stoffe wie Methylisothiazolinon oder bestimmte Parabene können reizend wirken.
  • Alkohol (denaturiert): „Alcohol denat.“ trocknet die Haut zusätzlich aus und kann brennen. (Hinweis: „Fettalkohole“ wie Cetearyl Alcohol sind hingegen unbedenklich und pflegend).
  • Farbstoffe: Diese haben keinen pflegenden Nutzen und belasten die Haut nur unnötig.

2. Empfehlenswerte Inhaltsstoffe (Die „Helfer“)

Suche nach Inhaltsstoffen, die beruhigen und die Feuchtigkeit binden:

  • Panthenol (Provitamin B5): Wirkt stark beruhigend, entzündungshemmend und fördert die Wundheilung.
  • Glycerin: Ein klassischer Feuchtigkeitsspender, der tief in die Haut einzieht.
  • Ceramide: Das sind hauteigene Fette, die helfen, die Hautbarriere wieder aufzubauen.
  • Urea (Harnstoff): In geringer Konzentration (bis 5 %) bindet es hervorragend Feuchtigkeit. Vorsicht: Bei extrem rissiger Haut kann Urea kurzzeitig brennen.
  • Rückfettende Öle/Butter: Shea Butter, Mandelöl oder Nachtkerzenöl pflegen, ohne die Haut zu irritieren.
  • Allantoin: Beruhigt die Haut und macht sie geschmeidig.

3. Der pH-Wert

Die Haut hat einen natürlichen Säureschutzmantel mit einem pH-Wert von ca. 5,5. Eine gute Handcreme sollte „pH-hautneutral“ sein, um diesen Schutzmantel nicht anzugreifen, besonders wenn man sich oft die Hände wäscht.

4. Siegel und Zertifizierungen

Wenn du unsicher bist, helfen offizielle Siegel:

  • DAAB-Siegel: Das Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabundes kennzeichnet Produkte, die besonders gut für Allergiker geeignet sind.
  • ECARF-Siegel: Vergeben von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung für allergikerfreundliche Produkte.
  • Naturkosmetik-Siegel (z.B. NATRUE, COSMOS): Diese garantieren den Verzicht auf Silikone, Paraffine und synthetische Duftstoffe (aber Achtung: Naturkosmetik enthält oft ätherische Öle, die bei sehr empfindlicher Haut auch reizen können).

5. Textur und Anwendungstipps

  • Tag vs. Nacht: Tagsüber sind Cremes ideal, die schnell einziehen (Öl-in-Wasser-Emulsionen). Nachts darf es eine fettreichere Salbe sein (Wasser-in-Öl), die du evtl. mit Baumwollhandschuhen einwirken lässt.
  • Hygienische Verpackung: Tuben oder Spender sind besser als Tiegel, da man nicht mit den Fingern in das Produkt fasst und so weniger Bakterien hineingelangen (dadurch sind weniger Konservierungsstoffe nötig).
  • Wenig ist mehr: Bei empfindlicher Haut gilt das Minimalismus-Prinzip – je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe (INCI), desto geringer ist das Risiko einer Reaktion.

Ein kleiner Extra-Tipp: Wenn deine Hände bereits sehr gereizt sind, achte auch auf deine Seife. Nutze milde, rückfettende Waschsyndets anstelle von aggressiven Flüssigseifen, damit die Handcreme danach überhaupt eine Chance hat, die Haut zu reparieren.

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