Woran lässt sich erkennen, ob ein Sicherungs-Set die aktuellen Sicherheitsnormen erfüllt?

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Wenn du von einem „Sicherungs-Set“ sprichst, meinst du in der Regel ein Klettersteigset oder die Kombination aus Gurt, Sicherungsgerät und Karabinern.

Um sicherzustellen, dass die Ausrüstung den aktuellen Sicherheitsnormen entspricht, gibt es klare Kennzeichnungen und technische Merkmale, auf die du achten musst.

Hier ist eine Checkliste, woran du die Sicherheit erkennst:

1. Die CE-Kennzeichnung und EN-Normen

Jedes PSA-Teil (Persönliche Schutzausrüstung) muss in der EU zertifiziert sein. Auf dem Produkt (meist auf einem eingenähten Etikett oder direkt am Metall) müssen folgende Angaben stehen:

  • CE-Zeichen: Das Logo „CE“, gefolgt von einer vierstelligen Nummer (z. B. CE 0123). Diese Nummer steht für die Prüfstelle (z. B. TÜV SÜD).
  • EN-Norm für Klettersteigsets: Die aktuell gültige Norm ist die EN 958:2017.
    • Wichtig: Sets nach der alten Norm (vor 2017) sollten nicht mehr verwendet werden, da sie für sehr leichte (Kinder) oder schwere Personen nicht sicher auslösen.
  • EN-Norm für Klettergurte: EN 12277.
  • EN-Norm für Karabiner: EN 12275 (Typ K für Klettersteig).

2. Das UIAA-Label

Zusätzlich zum gesetzlichen CE-Zeichen tragen viele Produkte das Logo der UIAA (International Climbing and Mountaineering Federation). Die UIAA-Normen sind oft noch strenger als die EU-Normen. Ein Set mit UIAA-Label bietet ein zusätzliches Plus an Sicherheit.

3. Der Gewichtsbereich (Speziell für Klettersteigsets)

Die aktuelle Norm EN 958:2017 schreibt vor, dass das Set für ein Körpergewicht von 40 kg bis 120 kg (inklusive Ausrüstung/Rucksack) sicher funktionieren muss.

  • Schau auf das Etikett am Bandfalldämpfer. Steht dort ein Bereich wie „40 - 120 kg“, erfüllt es den aktuellen Standard.

4. Bauweise des Fangstoßdämpfers

  • Aktueller Standard: Bandfalldämpfer (ein vernähtes Band, das im Falle eines Sturzes kontrolliert aufreißt).
  • Veraltet/Gefährlich: Reibungsbremsen (eine Seilbremse mit einer Lochplatte aus Metall). Diese entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards und sollten sofort ausgemustert werden, da das Seil mit der Zeit verhärtet und die Bremse im Ernstfall versagen kann.

5. Das Herstellungsdatum und die Lebensdauer

Auch ein unbenutztes Set altert (Materialermüdung der Kunststofffasern).

  • Etikett prüfen: Jedes Set hat ein Herstellungsdatum.
  • Faustregel: Die meisten Hersteller geben eine maximale Lebensdauer von 10 Jahren ab Herstellungsdatum an (bei optimaler Lagerung). Bei regelmäßiger Nutzung sinkt diese auf 1 bis 5 Jahre.
  • Wenn das Set älter als 10 Jahre ist, erfüllt es – unabhängig von der Norm – nicht mehr die Sicherheitsanforderungen für den Einsatz am Berg.

6. Zustand der Karabiner

Bei einem Klettersteigset müssen die Karabiner vom Typ K (Klettersteig) sein.

  • Sie haben eine automatische Verriegelung (meist Handballensicherung).
  • Sie müssen sich leicht öffnen lassen und von selbst wieder komplett schließen.
  • Sie weisen eine höhere Bruchlast bei Querbelastung auf als normale Karabiner.

7. Kaufquelle und Dokumentation

  • Gebrauchtkauf: Kletterausrüstung sollte man niemals gebraucht kaufen, da man interne Schäden (z. B. Sturzbelastung oder Kontakt mit Chemikalien) nicht sehen kann.
  • Gebrauchsanweisung: Ein neues, normgerechtes Set wird immer mit einer ausführlichen Anleitung in der Landessprache geliefert, in der die Normen und die Lebensdauer explizit aufgeführt sind.

Zusammenfassend: Such auf dem Etikett nach „EN 958:2017“, dem CE-Zeichen und einem Gewichtsbereich von 40-120kg. Wenn diese Angaben vorhanden sind und das Set nicht älter als 10 Jahre ist, bist du nach aktuellem Stand der Technik sicher unterwegs.