Woran erkennt man, ob eine Warnweste die gesetzlich vorgeschriebene EN-Norm erfüllt?
In Deutschland ist das Mitführen einer Warnweste im Auto seit 2014 gesetzlich vorgeschrieben (§ 53a StVZO). Damit eine Warnweste den gesetzlichen Anforderungen entspricht, muss sie bestimmte Merkmale aufweisen.
Hier sind die entscheidenden Punkte, woran man eine normgerechte Warnweste erkennt:
1. Das Etikett (Der wichtigste Indikator)
Jede zugelassene Weste muss ein fest vernähtes Etikett haben. Darauf müssen folgende Informationen stehen:
- Die Norm-Nummer: Es muss entweder die EN ISO 20471:2013 (aktuelle Norm) oder die alte EN 471 (noch zulässig, wenn sie bereits vorhanden ist) aufgedruckt sein.
- Das CE-Zeichen: Die CE-Kennzeichnung bestätigt, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien für persönliche Schutzausrüstung entspricht.
- Piktogramm: Ein Symbol, das eine Weste mit zwei reflektierenden Streifen zeigt. Daneben steht oft eine Zahl (meist die „2“), welche die Schutzklasse angibt.
- Herstellerangaben: Name oder Marke des Herstellers sowie die Größenangabe.
2. Die Optischen Merkmale
Die Norm schreibt genau vor, wie die Weste beschaffen sein muss, um eine 360-Grad-Sichtbarkeit zu gewährleisten:
- Farbe: Sie muss aus fluoreszierendem Material bestehen. Zugelassene Farben sind Gelb, Orange-Rot oder Rot. (Andere Farben wie Blau, Pink oder Schwarz erfüllen die Norm für den Straßenverkehr in der Regel nicht).
- Reflektorstreifen: Die Weste muss über umlaufende Reflektorstreifen verfügen, die das Licht zurückstrahlen (retroreflektierend).
- In der Regel sind dies zwei waagerechte Streifen (jeweils mindestens 5 cm breit), die einmal komplett um den Körper herumlaufen.
- Abstand zwischen den Streifen: meist mindestens 5 cm.
3. Die Schutzklasse
Für den Einsatz im Straßenverkehr (Pannen/Unfälle) ist in der Regel die Klasse 2 (oder höher) erforderlich. Diese Zahl finden Sie auf dem Etikett neben dem Piktogramm. Westen der Klasse 1 (z.B. oft einfache Überwürfe für Radfahrer) sind für PKW-Fahrer meist nicht ausreichend.
4. Begleitpapiere
Einer normgerechten Warnweste muss eine Gebrauchsanweisung in der jeweiligen Landessprache beiliegen. Darin stehen Hinweise zur Lagerung, Reinigung (maximale Anzahl der Waschzyklen) und zur korrekten Anwendung.
Zusammenfassung: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie im Baumarkt oder an der Tankstelle eine Weste kaufen, werfen Sie einen Blick auf das eingenähte weiße Schildchen. Steht dort EN ISO 20471 und ist ein CE-Zeichen abgebildet, sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.
Hinweis für das Ausland: In einigen europäischen Ländern (z.B. Italien, Spanien, Frankreich) gibt es unterschiedliche Regeln, wie viele Westen im Auto sein müssen (oft eine pro Insasse). In Deutschland ist gesetzlich nur eine Weste für den Fahrer vorgeschrieben, es wird jedoch dringend empfohlen, für jeden Mitfahrer eine Weste griffbereit (nicht im Kofferraum, sondern im Innenraum!) zu haben.